45: Die Elbphilharmonie bringt mich auf die Frage nach dem Sinn

16. Juli 2017

Wann ist der Mensch ein Mensch?
Was gibt meinem Leben Sinn?
Wann fühle ich mich geliebt?
Wann bin ich gerne Teil dieser Welt?

Viele Fragen, viele verschiedene Antworten, schließlich ist jeder Mensch eine ganz eigene Persönlichkeit, ist anders geprägt worden, hat andere Erfahrungen in seinem Leben gemacht. All dies führt dann auch zu unterschiedlichen Ansichten, Einschätzungen und Handlungen.

Für mich mit meiner nicht ganz einfachen Familiengeschichte ist es z. B. wichtig, Rückhalt in meiner jetzigen Familie zu haben, mich dort verstanden zu fühlen, mich auch mal fallen lassen zu können. Mit einigen weiter entfernten Verwandten bin ich auch per WhatsApp in Verbindung. Mögen noch so viele über all die neuen digitalen Medien wie z. B. Facebook, WhatsApp, Instagram, Blog oder Twitter schimpfen, richtig genutzt können sie sehr hilfreich sein.

Freunde und Freundinnen

FreundInnen sind mir wichtig, es müssen nicht viele sein, aber einige, diese Freundschaften gilt es zu pflegen, müsste ich mehr machen, nun, auch diesen Blog schreibe ich ja, um so FreundInnen die Möglichkeit zu geben, auch nach meinem Ortwechsel nach Hamburg etwas an meinem Leben und meinen Gedanken teilzunehmen. Manche haben bei meinem Blog das kleine Feld „folgen“ angetippt, sie kriegen dann immer automatisch einen neuen Beitrag von mir als E-Mail zugesandt.

Das Leben ist schön

Eine positive Lebenseinstellung ist mir wichtig. Das ist gar nicht so leicht, wenn sich drei deiner engsten Familienangehörigen selbst aus dem Leben herauskatapultiert haben, andererseits ist dies bei meinen Erfahrungen auch die einzige sinnvolle Möglichkeit. Natürlich mache ich auch immer wieder mal sehr schlechte Erfahrungen mit Menschen, werde von ihnen gelinkt oder über den Tisch gezogen. Dann arbeite ich daran, dass sie nicht auch noch meine Gedanken in Beschlag nehmen oder meine Träume beherrschen. Darauf habe ich Einfluss, das bin ja ich, die an sie denkt oder über sie träumt. Natürlich kann ich meine Träume nicht abstellen, aber ich kann mich zwingen, dass meine Gedanken tagsüber nicht zu ihnen wandern, vielleicht gar in einer Endlosschleife. Ich verbiete mir dann, dass ich, nachdem sie mir nun schon dies oder das angetan haben, auch noch einen Gedanken an sie verschwende. Ich erlaube meinen Gedanken nicht, nun noch um sie zu kreisen. Und ich kann euch sagen, es gelingt, nicht immer sofort, aber allmählich. Ich zwinge mich, an etwas Schönes zu denken und sage mir innerlich: Meine Gedanken kriegt ihr nicht, diese Aufmerksamkeit räume ich euch nicht auch noch ein! Und dann hören die Träume darüber auch auf.

Meine Wehwehchen sollen keine Macht über mich haben

Jetzt machen mir ja eher finstere Diagnosen über meinen Gesundheitszustand zu schaffen. Aber auch da versuche ich den gleichen Weg: Ich erlaube weder den Aneurysmen noch der kaputten Netzhaut, meine Lebensfreude heute zu stören oder meine Neugier auf das Leben zu beeinträchtigen. Kurzfristig habe ich natürlich auch mal einen Durchhänger, aber nie von Dauer, dann krabbelt das Positive wieder an die Oberfläche.

Eine Liebeserklärung an Hamburg

Vielleicht liegt das auch an den Menschen hier in Hamburg, sagst du hier jemandem etwas Positives, machst du ein Kompliment, schenkst du jemanden beim Spaziergang ein Lächeln, es kommt fast immer etwas Schönes zurück. Ich empfinde die Menschen hier häufig als sehr wohlwollend bis offen, dabei auch durchgängig tolerant, jeder kann nach seiner Fasson selig werden, da ähneln sich Hamburg und meine Geburtsstadt Berlin sehr. Die „Rote Flora“ in der Schanze wird von vielen Anwohnern akzeptiert, die überhaupt nicht deren Ansichten teilen, aber hier akzeptiert man eben auch Andersdenkende oder zumindest arrangiert man sich.
Die haben auch eine Existenzberechtigung, im Park hinter der „Roten Flora“ kann man auch skaten oder auf der Wiese relaxen ohne konsumieren zu müssen. Natürlich will niemand, dass Autos in Brand gesteckt werden, Fensterscheiben zu Bruch gehen oder gar Einkaufsläden ausgeraubt und zerstört werden, man selbst zahlt ja auch an der Kasse für seine Einkäufe. Aber solange es keinen Beweis gibt, dass dies von der „Roten Flora“ ausging, bleibt man hier bei der Unschuldsvermutung bis das Gegenteil bewiesen ist. Am Sonntag war schön zu erleben, wie viel nicht nur vom „Orangen Block“, so wird hier die Müllabfuhr bezeichnet, sondern auch von Hamburger Bürgern in der Schanze gesäubert wurde, wie wieder von ihnen dieser Stadtteil in Besitz genommen, urbar gemacht wurde, ohne zu jammern oder nach dem Staat zu rufen.

Vielleicht lebe ich wegen all diesen Eindrücken so gerne in Hamburg.

Nachtrag

Wer meine Webseite aufruft, erklärt sich damit automatisch einverstanden, dass sich Cookies öffnen. Eine neue EU-Richtlinie zwingt mich dazu, dies mitzuteilen. Bei manchen wird auch automatisch von WordPress ab und zu am Ende eines Beitrages von mir eine Werbung eingeblendet. Darauf habe ich keinen Einfluss und bin dafür auch nicht verantwortlich.45

44. „Auf dem rechten Auge blind“

20. Juni 2017
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Wohin führt mein Weg, aufwärts oder abwärts?                                            (Elphi 2017 von innen – Foto: Bib)

Das ist aber ein saublöder Spruch – na, Hauptsache, er wird nie wahr!!!!

Eine Gehirnhautreizung in Kindertagen und in einem viel späteren Lebensabschnitt eine Wespenallergie sind durchgestanden und von mir so gut wie vergessen, es sei denn, etwas oder jemand erinnert mich mal daran.

Aber ein längeres Leben bringt immer neue Überraschungen

Wegen Gewichtsverlust bis unter die 50-kg-Marke vor 13 Jahren bin ich zum Arzt, wollte Aufbaumedikamente, musste aber als zufälliges – und mit dem Problem gar nicht in Zusammenhang stehendes – Problem zur Kenntnis nehmen, dass ich eine Borreliose haben sollte, also irgendwann mal von einer infizierten Zecke gebissen und angesteckt worden sein soll. Schon blöd, nun hatte ich also öfter Ehemann, Kinder und auch mal einen Hund auf Zecken abgesucht, ist ja schon naheliegend nach naturnahen Freizeitaktivitäten im zeckenversuchten Süddeutschland, bin auch mehrmals fündig geworden und habe so ein Bist gekonnt mit Pinzette, Olivenöl und einem bestimmten Dreh entfernt. Ich bin aber nie auf die Idee gekommen, dass ich mich auch nach Freizeitaktivitäten an den mir unzugänglichen Stellen auf Zecken untersuchen lassen sollte. Aber meine Borreliose schlummert, verlangt nur eine gewisse Aufmerksamkeit, zeigt aber bisher keine Nebenwirkungen, ich soll sie nur nie aus den Augen verlieren, das wäre schon fatal. So soll ich sie auf jeden Fall bei allen Erstterminen den Ärzten sagen, da Borreliose sich in vielen Fassetten zeigen und leicht zu Fehldiagnosen führen kann, falls sie denn mal ausbrechen sollte, ich hoffe natürlich nie. In Stuttgart war das Thema bald unwichtig, aber in Hamburg, wohin ich nun umgezogen bin, gab es lauter Ersttermine bei Ärzten, ich musste mich also immer wieder erklären.

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Wie wird meine Sicht werden?                               (Elphi 2017 – Foto: Bib)

Wegen eines harmlos aussehenden geschwollenen Knies, das nach einer einfachen Wanderung in den sogenannten Harburger Bergen immer mehr anschwoll, bin ich in Hamburg zu einem Orthopäden, nicht sofort, erst mal 4 Wochen Quarkwickel.
Wickel (bei Halsschmerzen auch gefüllt mit gekochten und zerdrückten Kartoffeln)
hatten mir schon öfter geholfen, aber danach dann der Gang zum Facharzt, um dann zu hören: Aneurysma in jedem Knie, 7 cm lang und fast 3 cm breit. Ich erzählte auch von der Borreliose, erntete aber einen irritierenden Blick, warum ich jetzt bei dem Knie davon anfangen würde. Ich fragte mich das auch sofort. Aber dann fiel mir ein, dass es bei anderen Menschen um viel Wichtigeres ging: z. B. bei Monica:

Monica Lierhaus, ihr Buch, erschienen 2016: „Immer noch ich“, früher erfolgreiche Sportjournalistin der Öffentlich-Rechtlichen, hatte 2009 ein Aneurysma im Gehirn, ein guter Freund von mir hatte eines kurz vor dem Herzen gehabt, bei ihm lief es sehr gut, die OP bei ihr leider nicht, sie kam für lange Zeit in ein künstliches Koma und musste später vieles neu lernen und manches wird wohl nie mehr so, wie es früher war. Sie schreibt: „Nach dem Unglück war nichts mehr wie vorher. Ich musste mir meinen Weg zurück ins Leben erkämpfen. Dabei habe ich viel verloren, aber auch viel gewonnen.“

Bewunderungswert, mit wie viel Willensstärke die frühere Sport-Moderatorin zurück in ein wenigstens teilweise selbstbestimmtes Leben gehen will. Meine ganz große  Hochachtung!

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Was sehe ich eines Tages?                                    (Elphi 2017 – Foto: Bib)

Ich hatte ja über die Aneurysma in einem früheren Blog geschrieben, hatte auch versprochen, das nun nicht zu meinem Dauerthema zu machen, aber nun musste ich den Faden wieder mal aufgreifen.

Bei mir ist keine OP möglich, eine Knie-OP ist einfach zu gefährlich, denn das Knie muss ja besonders beweglich sein, ein einfacher künstlicher „Stand“ kann da nicht eingesetzt werden. Also OP geht nicht, ich kann aber das Blut mit sehr festen Kompressionsstrümpfen gut zurück zum Herzen auf Trapp halten.

Ich bin dankbar, denn es lebt sich ja meist gut mit ihnen, zumindest in den kühleren 9 Monaten, aber in den auch in Norddeutschland 3 sehr warmen Monaten ist es manchmal schon sehr lästig. Oder einfach in den Urlaub fahren/fliehen – ein wunderbarer Gedanke. Aber das ist nun nicht mehr einfach. Meine nächste Reise geht nach Stuttgart und die übernächste nach Den Haag. Nach Australien, Asien und Afrika würde ich gerne (z. T. wieder mal) reisen, aber das kann ich mir nun abschminken: Einfach zu heiß, machen meine Beine in den Kompressionsstrümpfe nicht so gerne mit. Nun, ich war da schon an einigen Orten, schön, dass ich diese Erfahrung schon machen durfte.

Schwierigkeiten empfinde ich an sich nicht schlimm. Aber wie jeder andere brauche ich natürlich auch eine gewisse Stärke, um mich nicht umhauen zu lassen. Wenn es mir richtig gut geht, dann empfinde ich sie als Herausforderung, kann da manchmal sogar mitten durch gehen.

Ich versuche meistens, nicht gedanklich in der Vergangenheit zu leben, sondern nach vorne zu schauen. Konkret leben kann ich nur im Hier und Jetzt, also das Beste aus dem machen, was mir heute möglich ist, nicht verplempern durch sinnentleertes Quatschen, im Internet surfen oder Fernsehen, aber auch mich nicht durch mich selbst überfordern oder durch zu hohe Ansprüche. Wessen Ansprüche sollten das sein, die mich jetzt zu etwas bringen sollten, nur eigene Ansprüche können in meinem Alter noch Einfluss auf mich haben. Und mit meinen Gefühlen kann ich meistens gut umgehen, von denen lasse ich mich nicht so gerne beherrschen, ignorieren darf ich sie aber auch nicht, sie wollen schon gebührend beachtet werden, sie sind auch ein Teil von mir.

Es geht nicht darum, was einem gerade passiert, in meinem Alter ist es einfach so, dass der Körper nicht mehr in allen Teilen so funktioniert, wie ich es jahrzehntelang gewohnt war. Ich habe nur bedingt Einfluss darauf, was mir passieren könnte. Ich sage mir einfach, ich dürfte mich sonst gar nicht mehr abends ins Bett legen, weil doch die meisten Menschen im Bett sterben.

Leben ist einfach gefährlich – aber eben auch atemberaubend schön!

Ich habe Einfluss darauf, wie ich auf schlimme Nachrichten bzw. wie ich auf Ereignisse reagiere. Darauf versuche ich zu achten, daran arbeite ich.

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Bib in der Elphi 2017

Jetzt zickt also mein rechtes Auge rum, will mir nicht mehr so zur Verfügung stehen, wie ich es bräuchte. Eigentlich müsste ich ja sagen, die Augen haben mir in den ersten 5 Jahrzehnten eine sehr gute Sicht ermöglicht, wunderbar. Mein alter Freund Fritz hatte schon in der Mitte seines Lebens Brillengläser der Stärke 7. Jetzt in meinem 7. Lebensjahrzehnt zerstört sich bei mir die Netzhaut in einem Auge selber, na zumindest erst jetzt. Der Lack ist ab, die Wehwehchen kommen, in letzter Zeit allerdings ein bisschen sehr schnell hintereinander.

Wie bei den Knien sage ich mir: Warte ab, vielleicht kommt es gar nicht so schlimm, wie der Arzt es mir als „worst case“ erläutern musste.

„Es wird nichts so heiß gegessen, wie es auf den Tisch kommt“ – hoffentlich!
In Geduld üben und auf das Beste hoffen – das ist jetzt meine Aufgabe. Bei gutem Wetter rausgehen und die Aussicht genießen. Wenn in Hamburg die Sonne scheint, dann entschädigt das sofort für weniger schöne Wetterlagen, ähnlich war es in Irland. Hamburg hat nicht ganz so viele grüne Oasen wie die Stadt meiner Kindheit und Jugend: Berlin! Aber Hamburg hat dafür die Elbe, die nicht nur mir an vielen Strandabschnitten sofort das Gefühl von Urlaub am Meer vermittelt.

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Die Wandverkleidung in der Elphi – sie ermöglicht gutes Hören an allen Plätzen.       (Foto: Bib)

Gerade habe ich auch den ‚Volkspark Hamburg‘ in meinem Stadtteil Bahrenfeld  entdeckt, hatte ich, weil hinter der A7-Schneise verlaufend, noch gar nicht wahrgenommen. 1914 – die Anfänge der Anlage noch kurz vor dem Ersten Weltkrieg von der Stadt Altona begonnen – fast zeitgleich mit dem ‚Stadtpark Hamburg‘, ja, da war Altona noch eine eigenständige Stadt, nicht mehr dänisch, sonders vorübergehend preußisch, aber eben noch nicht ein Teil Hamburgs. Deshalb verfügt meine neue Heimatstadt nun über mehrere wirklich große Parkanlagen mitten in der Stadt, für jeden zugänglich, jeder, der keinen Balkon oder Garten hat, kann dort viel Natur bzw. Park und unendlich viele Pflanzen genießen.

Naturschauspiele jetzt noch gut mit beiden Augen sehen, empfinden, auf die Seele wirken lassen, das ist das Hier und Jetzt, darum geht es ohne zu jammern oder zu übertreiben.

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Elbphilharmonie 2017 – farblich verfremdet (Foto: Bib)

Im Blog Nr. 38 hatte ich berichtet, wie die Elbphilharmonie als Gebäude auf mich wirkt, nun hatte ich die Chance, sie auch von innen zu besichtigen.

Nachtrag

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43: Kinder – ein Geschenk

9. April 2017

Ich habe nur eine leibliche Tochter, hätte gerne noch ein zweites Kind bekommen, das ließ unsere Familiensituation aber nicht zu. Dafür hatte ich für über 6 Jahre noch eine bei uns lebende Stieftochter, die mein bzw. unser Leben sehr bereichert hat. Wenn man sich einen Partner aussucht, der ein Kind mit in die Beziehung bringt, dann verändert sich das eigene Leben vom 1. Tag an, dann wird geschaut, welche Unternehmung dem Kind gut tut, was man lieber lassen sollte, wann es Ruhe braucht, welches Urlaubsziel geeignet ist usw.

Ich möchte keinen Tag mit diesen zwei Kindern missen, auch wenn ich manches Hobby mal um 10 Jahre hinausschieben musste. Das war es mir aber wert. Und, wie man es wendet, einen Preis hat es schon: Ich bin 4 Jahre für die Kinder (bzw. für den Partner) daheim geblieben, habe in der Zeit keine Rentenansprüche gesammelt, worüber wir uns damals überhaupt keine Gedanken gemacht haben, aber fehlende Jahre in der Rentenkasse machen sich im Alter schon bemerkbar. Aber ich war nicht zerrissen zwischen Beruf und der Versorgung kleiner Kinder, intellektuell unterversorgt war ich dagegen schon. Aber da ich zur beruflichen Qualifikation für das neue Bundesland noch mal etwas studieren musste, der Föderalismus ist ja in dieser Hinsicht so was von überholt, brachte das den Ausgleich. Beruflich soll jeder so mobil und flexibel wie möglich – heute nicht nur innerhalb Deutschlands – sein, aber wenn man als Lehrkraft oder SchülerIn von einem Bundesland in das andere wechselt, dann ist das fast wie ein Wechsel in einen anderen Staat.

Heute erscheint mir das Familienleben ungleich schwerer,

obwohl es z. B. flächendeckend zumindest für die Grundschulen und Gymnasien Ganztagsschulen gibt und auch viele technische Hilfsmittel die Hausarbeit erleichtern. Aber die Erwartungen an die jungen Eltern sind heute höher als vor ein paar Jahrzehnten. Nach einem Jahr sollte die Frau wenigstens wieder halbtags arbeiten, hier in Hamburg gibt es dafür auch einen Gutschein für 5 kostenlose Betreuungsstunden in einer Kita, was ja schon mal sehr lobenswert ist und in ganz Deutschland nachgemacht werden sollte.

Großeltern wohnen oft weit entfernt 

Aber ohne Großeltern oder einen großen und bereitwilligen Freundeskreis ist das für das junge Elternpaar kaum zu schaffen. Mit einem Jahr in die Kita zu kommen, heißt natürlich auch, dann alle naselang mit einer kleineren Erkrankung zu Hause bleiben zu müssen, der kleine Körper hat noch gar keine Schutzfunktion gegen all die herumfliegenden Bakterien, das baut der junge Körper erst allmählich auf. Nach jedem Fieber oder Durchfall muss das Kind mehrere Tage beschwerdefrei sein, bevor es wieder in die Kita oder zur Tagesmutter gebracht werden kann, damit es nicht überfordert wird und auch damit es nicht die anderen Kinder ansteckt. Viele Impfungen und viele genau festgelegte Untersuchungen müssen in den ersten Jahren gemacht werden, den Kinderarzt sieht man häufiger als manchen Nachbarn.

Ein weiteres Kind bekommen?

Ein zweites Kind im Abstand von einem, zwei oder drei Jahren? Egal für welchen Abstand man sich entscheidet, es ist eine Überforderung für jede Mutter und je nachdem, wie der Vater sich reinhängt oder wie es seine Arbeit ermöglicht, auch für ihn.

Auch wenn sich das mehr oder weniger nach ein paar Jahren entspannt, die Kinder ja auch selbständiger werden, in den ersten Jahren mit 2 kleinen Kindern ist das eine Überforderung ohne gleichen, auch wenn das ja so viele durchmachen und die allermeisten es glücklicherweise auch gut durchstehen.

Früher war alles einfacher – oder nicht?

War das früher nicht noch schwieriger? In meiner Kindheit hatten viele Familien noch 3 und manche auch 4 oder mehr Kinder und das ging ja irgendwie auch. Ich wurde allerdings nach dem Mittagsschlaf in der Kita abgeholt, mein kleiner Bruder dann sogar gleich nach dem Mittagessen. In den Kindergarten konnten die Kinder damals in West-Berlin nach ihrem 3. Geburtstag, einige wurden schon morgens ab 6 Uhr gebracht und andere erst um 18 Uhr abgeholt. Für jüngere Kinder gab es die Krippe, die wurde aber nur für einen sehr kleinen Kreis von Kindern genutzt, war nicht üblich.

Aber die Zeiten sind nicht vergleichbar

Ich erinnere mich gut, wie viele meiner Grundschul-Klassenkameraden einen Schlüssel um den Hals hatten, kurz Schlüsselkinder genannt. Es war niemand zu Hause, wenn die Schule mittags zu Ende war. Sie haben nur kurz die Schultasche in die Wohnung gebracht, das vorbereitete Brot geschnappt und waren zum Spielen wieder auf der Straße, immer mit dem Schlüssel um den Hals, störte manchmal beim Klettern am Klettergerüst, war aber alltäglich. Wenn man Durst hatte, suchte man sich eine Wasserpumpe, es gab in vielen Straßen eine, da wuschen die Nachbarn ihre Fahrräder oder Autos. Irgendwann kamen der Vater oder die Mutter von der Arbeit und sammelten sie ein. Die Hausaufgaben wurden dann noch irgendwie nach dem Abendessen gemacht, kurz vor dem Einschlafen und oft unvollständig. War auch keine goldige Zeit, war eigentlich alles andere als „kindgerecht“, will keiner zurück. Wer würde heute noch seine Kinder im Grundschulalter stundenlang auf der Straße spielen lassen, ohne genau zu wissen, ob sich das Kind nun auf dem Spielplatz, auf dem Bürgersteig oder sonst wo aufhält.

Die Quadratur des Kreises

Was ist heute anders? Vielleicht sind die Erwartungen an die jungen Eltern und auch von den jungen Eltern an sich selbst viel höher. Die Frauen haben eine wesentlich höhere Schulbildung, viele haben ein Studium absolviert bzw. eine fundierte Berufsausbildung. Das will auch umgesetzt, gelebt werden. Ein Verdienst würde für die Familie auch gar nicht lange reichen. Wesentlich mehr Frauen sind also heute berufstätig und versuchen, im Beruf ihre Arbeit gut zu erledigen und gleichzeitig den Kindern gerecht zu werden, für die Kinder da zu sein, wenn sie es benötigen. Den meisten gelingt das auch, doch dabei schrammen sie bei nicht eingeplanten Ereignissen wie einer Erkrankung knapp an der Überforderung vorbei, haben kaum Zeit, mal zu verschnaufen und Kraft zu tanken. Wie alleinerziehende Berufstätige ohne hilfreiche Familienangehörige das Leben mit einem Kleinkind bewältigen, weiß ich gar nicht. Meine Hochachtung!

  1. Nachtrag:

In meiner Familie wird in den nächsten Tagen Familienzuwachs erwartet. Ich freu mich riesig drauf und habe eine große Hochachtung vor der jungen Familie, wie sie das alles meistert. Und natürlich stehe ich hilfreich zur Seite, da wo gewünscht und benötigt. Ich wohne auch extra ganz in der Nähe.

  1. Nachtrag

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42. Das Private ist politisch und das Politische ist ne Null-Nummer, wenn es nicht auch privat gelebt wird.

15. März 2017

Kreuzberg

Ich bin sehr froh, in Berlin Kreuzberg aufgewachsen zu sein und meine Sturm- und Drang-Phase auch gerade Ende der 60er und dann in den 70er Jahren dort verlebt zu haben, also mitten in West-Berlin – und das war damals für mich Kreuzberg – nicht in Berlin-Zehlendorf und erst recht nicht in einem schwäbischen Dorf, aber auch nicht auf einer norddeutschen Hallig.

Ich hatte das Glück, in diesem Stadtteil geboren und aufgewachsen zu sein, die Eltern hatten dort eine ‚Klitsche’, d.h. ihre klitzekleine Firma, ich bin über 30 Jahre nie aus dem Stadtteil weggezogen, ich kannte mein Kreuzberg, die Ruinen zum Spielen gleich gegenüber, meine Grundschule sowie später das Gymnasium mit dem größten Arbeiterkinderanteil, wie ich es als Schulsprecherin in meiner allerersten statistischen Erhebung errechnet habe.

Als Kind war mir der Jahn-Park für die ersten Rodelerfahrungen wichtig, später in der Pubertät zum Knutschen und als Mutter zum Rumfahren des Babys im Kinderwagen. Nachträglich habe ich erfahren, dass das Rausgehen bei Inversionswetterlage gar nicht gut war, weil die Schadstoffbelastung dem Baby eher geschadet als genutzt hat. Neben West-Berlin gab es ja noch den Ost-Teil der Stadt, dort wurden fast alle Wohnungen noch mit Kohle geheizt, schlecht an all den Tagen, an denen die Luft nicht nach oben abziehen konnte.

Kreuzberg war in meiner Kindheit als Stadtteil verrufen, viele schämten sich in den 50er Jahren, dort zu leben, die Nanynstraße in SO 36 galt es besonders kinderreich – dies war damals negativ besetzt – und dies lange vor dem Mauerbau und damit auch vor der Anwerbung von Migranten im Ausland.

„Wir wohnen vor dem Kanal!“

Wenn ich als kleines Mädchen durch den Sport oft in anderen Teilen der Stadt unterwegs war, so gab mir meine Mutter mit auf den Weg: Wenn dich jemand fragt, wo wir wohnen, dann sag schon, in Kreuzberg, aber füge hinzu: „vor dem Kanal“. Habe ich aber nie gemacht, ich habe nur stolz Kreuzberg gesagt. Aber eine gängige Antwort in den 50ern war nach meiner Nennung meines Stadtteils: „Ach da, wo der Willi die Miete mit dem Revolver kassiert.“ – Ah, ha, in so einem Stadtteil wohnte ich, na, das klang doch aufregend, fast wie ein Wildwest-Roman, da kann man doch nur stolz sein.

Kreuzberg in den 70er Jahren

Aber zurück zu den 70er Jahren: Da war Kreuzberg einfach stark, die Besetzung des Bethanien-Krankenhaus, also des ‚Georg-von-Rauch-Hauses’, die Gruppe ‚Ton-Steine-Scherben’, die so oft umsonst auf Veranstaltungen auftraten, dass sie dann nicht genug zum Essen in ihrem Kühlschrank hatten, das ‚Tommy-Weisbecker-Haus’, wo ‚Trebe-Jugendliche’ einen Unterschlupf finden konnten, die großen 1.Mai-Feste und all die anderen selbstorganisierten Aufbrüche in einer brüchigen bis kaputten Welt.

Ich bin froh, dass ich an diesem Ort in diesen Jahren gelebt habe.

Es war so viel Aufbruch, Zuversicht, dass wir jungen Leute etwas verändern können, nicht nur wir, sondern auch in der Tschechoslowakei, Frankreich, Italien und später auf der iberischen Halbinsel. Wir haben junge Schwarze und Weiße in den USA bewundert wie den heroischen Kampf kleiner Einheiten z. B. in Vietnam gegen übermächtige Feinde. Überall gab es Aufstände gegen scheinbar Übermächtige Verbände z. B. in Kuba und besonders in Südamerika. In Afrika konnten viele Staaten die Kolonialmächte abschütteln und beginnen, einen eigenen Weg zu gehen. Dies war eine unglaubliche Aufbruchsstimmung, die uns, mich eingeschlossen, auch manches, z. B. die ‚Roten Garden’ in China, verklären ließ.

Nicht alles war richtig, manches hat sich im Nachhinein als falsch oder sehr leichtsinnig herausgestellt – was ich gemacht oder gedacht habe. Aber das Gefühl, die Welt mit all den anderen verändern zu können, möchte ich nicht missen.

So habe ich auch mal heftig demonstriert wegen einer Explosion bei der Firma ‚Dynamit Nobel’ mit einigen Toten, doch diese schrecklichen Informationen lösten sich bald in Schall und Rauch auf. Auch damals gab es schon ‚fake news’, auch wir haben nicht immer sauber recherchiert.

Um was geht es heute?

Aber das Gefühl, die Welt verändern zu können, ist nicht erst in den Kohl- oder Merkeljahren verloren gegangen, es ist zudem ein weltweites Phänomen. Politiker schütten uns zu mit NonsensThemen, nicht der Rede wert, sie hier auch nur namentlich aufzuzählen. Zu den wirklich wichtigen Themen der Klimaveränderung und des Erhalts der Erde für uns Menschen gibt es zwar große Treffen von Staatsvertretern mit winzig kleinen Ergebnissen, die dem Ernst der Lage Hohn sprechen. Unzählige Themen wie z. B. zur Autobahn-Maut sollen uns ablenken von grundsätzlichen Fragen, wie z. B. die Frage nach der Ernährung der zunehmenden Weltbevölkerung.

Nach nationalistisch angehauchten – oder ist dieser Ausdruck zu schwach? – Politikern in Ungarn und Polen kommt dann auch noch ein Trump in den USA an die Macht, hätten wir uns das vor einigen Jahren vorstellen können?

Wenn ich auch den Hype um den EU-Politiker Schulz nicht nachvollziehen kann, so freue ich mich, dass sich plötzlich wieder mehr Menschen für die Politik interessieren, in demokratische Parteien eintreten, mehr junge Leute auf Veranstaltungen zu sehen sind.

In Frankreich ruft der Präsidentschaftskandidat Macron dazu auf, sich „jetzt auf das Wesentliche (zu) konzentrieren“, ein wenig konkretisiert er das auch: „Auf den Alltag, den jeder selbst beeinflussen könne, und auf die Perspektiven, die Zukunft.“ Auch wenn das sehr allgemein gehalten ist, das könnte ich auch unterschreiben, danach lebe ich.

Ich kann auch einen früheren Satz von ihm unterschreiben: „Ich glaube, wir müssen viele Dinge ganz anders machen.“

Nachtrag

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Nr. 41 Das Leben verläuft nie so, wie wir es möchten – mach trotzdem das Beste draus!

19. Februar 2017

Am Beginn meiner Pubertät stirbt meine Mutter – für mich völlig überraschend – mit Mitte Dreißig, also in einem Alter, in dem es heute völlig normal ist, das erste Kind zu bekommen.

„Die Zerbrechlichkeit der Familie ist die tiefste Erfahrung meines Lebens.“ (Dies ist ein von mir abgewandeltes Zitat des von mir sehr geschätzten Historikers Fritz Stern.)

Wie wohl jede andere in gleicher Situation habe ich den Tod der Mutter als von mir verschuldet empfunden, mein erstes pubertäres Aufbegehren hielt ich für den Grund. In den 50er und 60er Jahren sind viele Eltern noch ganz anders mit ihren Kindern umgegangen als heute, haben ihre Schwächen, Sorgen oder Krankheiten vor den Kindern verborgen, haben gemeint, das solle die Kinder nicht belasten und es ginge sie auch nichts an.

Unglücklicherweise erkrankte unser Vater auch bald darauf, konnte weder mir noch meinem Bruder hilfreich zur Seite stehen. Er wurde ein Pflegefall und starb wenige Jahre nach der Mutter.

 

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Es war völlig normal, als heranwachsende Tochter erst für den gesamten Haushalt und dann für die Pflege neben der Schule zur Verfügung zu stehen. Ein guter Abi-Schnitt war so nicht zu erreichen, ein früher mal ins Auge gefasstes Medizinstudium, schon damals mit einem ‚Numerus clausus‘ versehen, strebte ich nach meinen Erfahrungen im Krankenhaus auch gar nicht mehr an.

„Das bisschen Haushalt  – Das Gedöns“ 

Anerkennung für diese jahrelange Doppelbelastung habe ich nicht erwartet, die Zeit dafür war noch nicht da: Das ‚bisschen Haushalt’ – Warum fällt mir da der ehemalige Kanzler Gerhard Schröder ein? – und dann die Pflege, na das hat man doch von einer Tochter erwarten können, egal, wie jung sie noch war.

Ich dachte, mit dem Tod des Vaters und dem gleichzeitigen Beginn meiner Zeit als Studentin würde sich alles ändern. Das traf auch für vieles zu, wenn auch nur oberflächlich.

Aber gleichberechtigt und anerkannt waren wir junge Frauen noch lange nicht. Zumindest gab es schon die Anti-Baby-Pille, die Familienplanung war – wie das Wort schon sagt –  „planbar“ und damit hinausschiebbar.

„Die Hälfte des Himmels“

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Wohin segeln wir in unserem Leben?

Ende der 60er Jahre nach dem Abitur als junge Frau in West-Berlin politisch aktiv zu werden, bedeutete,  sich für die Armen und Verfolgten der Welt einzusetzen. Aber gleichzeitig haben wir Frauen  immer wieder erfahren,  wie mit uns, also auch mit mir, umgegangen wurde,  nur weil wir weiblichen Geschlechts waren und sind. Um unseren Protest auszubremsen oder gar nicht erst entstehen zu lassen, heißt es dann schnell: „Hab dich nicht so!“, oder „Sei nicht zickig!“

Wir Frauen waren und sind noch immer „Die Hälfte des Himmels“, aber dabei immer auf der Hut, z. B. nicht zu spät allein durch dunkle Straßen zu laufen. Was soll dieses kleine Beispiel als Beleg für diesen  großen Ausspruch? Belegen kann ich etwas nur mit etwas ganz Konkretem, was ich auch nachprüfbar belegen kann. Mit Allgemeinsätzen oder  Phrasen kann niemand etwas belegen.  Deshalb also ganz konkret: Ich bin als junge Frau oft nur abends unterwegs gewesen, weil ich wusste, ich habe für den Rückweg ein Auto zur Verfügung. Mich dieses Privilegs bewusst habe ich dann auch immer wieder Frauen auf dem Rückweg mitgenommen und bin manchen Umweg gerne gefahren, damit auch ihnen nichts passiert. Wir haben uns im Gegensatz zu den Jungs eingeschränkt, um uns nicht zu gefährden. Aber was ist das für eine Welt, wo sich die Hälfte der Menschen vorsichtshalber einschränkt?

Wir Frauen waren nach wie vor für die Kinder, ich also für meinen kleinen Bruder, zuständig, für die Gefühle, für das scheinbar Unwichtige. Gemessen wurde unser Einsatz an den Aktivitäten der alleinstehenden jungen Männer ohne jede Verpflichtungen.

Wenn ich das auch damals absolut nicht für möglich gehalten hätte, die gesellschaftlichen Erwartungen an die jungen Väter ändern sich erst jetzt, zuerst in den Ballungsräumen, wo es sich Familien gar nicht mehr leisten können, von einem Verdienst zu leben, wo die Mieten und Lebenshaltungskosten zu hoch sind, um die jungen Mütter für mehrere Jahre für die Kinderbetreuung daheim zu binden. Jetzt erst im 2. Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts ist die Kinderbetreuung vom Staat flächendeckend ausgebaut worden, gibt es einen Rechtsanspruch darauf – dies wohl, damit die Kommunen auch alle Anstrengungen unternehmen, genügend Kita-Plätze zu schaffen, falls nicht, können die Eltern die Kommune verklagen. In Deutschland waren noch nie so viele Menschen berufstätig – nicht zuletzt machen es auch die Einzahlungen in die Rentenkassen notwendig.

Als Teil der Kinderladenbewegung Ende der 60er und dann der 70er Jahre war ich davon ausgegangen, dass die Veränderung in großen Schritten voranschreitet – Pustekuchen!

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In den Großstädten wie Berlin und Hamburg sehe ich nun viele Väter morgens oder nachmittags auf dem Weg zur oder von der Kita. Warum dauern solche Prozesse Jahrzehnte? Wann werden mal ebenso viele Väter Elternzeit nehmen wie die Mütter, noch in den nächsten 10 Jahren oder braucht es dazu auch wieder mehrere Jahrzehnte? Klingt das nicht logisch, die Mutter nimmt die ersten 7 Monate und der Vater die nächsten 7? Aber wo stehen wir heute? Die Väter nehmen inzwischen durchschnittlich 25% der Elternzeit, während die Mütter 11-12 Monate nehmen, um dann evtl. nur in Teilzeit an ihre Arbeitsstelle zurückzukehren, Karrierekiller Nr. 1  und ebenso wirksam für die Planung der Elternzeit beim 2. Kind.

Natürlich ist in vielen Fällen folgender Grund gerechtfertigt: Auf den höheren Verdienst vieler Männer kann in vielen Familien einfach nicht verzichtet werden. Aber wie lange hat dieses Argument noch Bestand, wenn mehr Frauen als Männer ein Abitur haben und inzwischen die Mehrheit der Studierenden an den Hochschulen stellen?

Wann kommt es in den Köpfen und Herzen der Väter und Personalplaner an, dass der intensive Kontakt im ersten Lebensjahr auch für sie eine unglaubliche Bereicherung ist, den sie später nur noch schwer aufholen können?

Das Leben ist selten einfach. Manchmal kann es ganz schön stürmisch sein. Mir hat folgende Einstellung geholfen:

Nicht vom Leben den Wind aus den Segeln nehmen lassen.

Nachtrag

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40. Auf der ‚Großen Freiheit‘

23. Januar 2017
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eine der Andachtsmöglichkeiten für die Seeleute

St. Pauli

St. Pauli ist schon ein Besuch wert – heute aber mehr ein Ort für Touristen als für Seeleute. Letztere haben heute kaum noch die Zeit, während des Löschens der Ladung ihres Schiffes an Land zu gehen. Selbst die ganz großen Containerschiffe werden durch modernste Technik extrem schnell entladen, die Liegezeit soll so wenig wie möglich Kosten verursachen. So schlafen die Seeleute meist in einem Seemannsheim nahe der Container-Terminals, können dort skypen, emailen, in ihrer Religion wieder mal vor einem passenden Altar treten, Landsleute von anderen Schiffen treffen und am Ende werden sie rechtzeitig von Freiwilligen zu ihren Schiffen gefahren, bevor diese wieder auslaufen. Auf der ‚Großen Freiheit’ waren die wenigsten von ihnen.

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Der Beatles-Platz

Ich habe mich aber nicht am Abend, sondern am Sonntagvormittag um 11 Uhr dorthin begeben. Keiner von den schrägen Typen ist da schon unterwegs, die Spuren der letzten Nacht sind aber noch zu sehen. Die Namen vieler Etablissements sind mir aus der Presse oder aus Spielfilmen bekannt, jetzt machen sie gerade nicht viel her. Auch die Touristikabteilung der Stadt hat sich etwas ausgedacht und das Ende der ‚Großen Freiheit’ zum ‚Beatles-Platz’ erklärt. Na, die Jungs hätten schon einen richtigen Platz verdient, aber es sollte wohl dicht an ihrem Auftrittsort sein.

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Im ‚Grünspan’ findet heute ‚Lieblingsgut – der  nachhaltige Designmarkt’ statt. Ich habe ein wenig mehr erwartet, aber ich kenne ja nicht die Standgebühren dieses alternativen Ortes. Einen Tee aus Heidekraut oder aus deren Blüten habe ich kennen und schätzen gelernt, im August will ich mal nach Bispingen, dann blüht die Heide, wobei mir der Vertreter der ‚Heide Cuisine’ empfohlen hat, morgens um 6 Uhr dort zu sein, später würden sich unzählige Touristen durch die Landschaft drängeln. An dem ‚Greenderella’-Stand wurden luftige Baumwollbeutel verkauft, um in Zukunft auf die kleinen Einweg-Plastiktütchen zum Einpacken von Obst und Gemüse verzichten zu können. Ich habe es erwogen, dann aber doch keine erworben, der stolze Preis und die Vorstellung, dann neben Einkaufstaschen auch noch diese Beutel mit mir herumtragen zu müssen, hat mein Umweltbewusstsein schrumpfen lassen.

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der Designmarkt von oben

Statt Wattepads hätte ich an einem anderen Stand gehäkelte Baumwollpads zum Abschminken erwerben können, aber die müssen ja gekocht werden, verbrauchen Wasser, wie ist da wieder die Öko-Bilanz?

Einige tolle Kleidungsstücke haben mir sehr gefallen, der Geldbeutel saß schon locker, aber nun will ich ja diesen Versuch mit dem Kleider-Mieten statt sie zu kaufen erst mal leben.
Ein interessanter Vormittag!

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Designmarkt

Nachtrag

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Nr. 39: Mode leihen statt kaufen

21. Januar 2017

In der Großstadt geht es auch ohne ein eigenes Auto

Vor ca. fünf Jahren habe ich – nach vier Jahrzehnten Besitz – auf ein eigenes Auto verzichtet. Aber hier beginnt es schon: Das Wort trifft es nicht, es war kein Verzicht, es war eine Bereicherung. Ich fahre seither längere Strecken mit dem öffentlichen Nahverkehr und kürzere Strecken mit dem Fahrrad. In den Urlaub geht es mit der Bahn, nicht gerade günstig, aber viel billiger als ein eigenes Auto zu unterhalten. Ich mag es und  bin selbst überrascht.

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Bluse von ‚Lies-in-Layers‘

Im Bus oder in der Bahn habe ich immer etwas zu lesen dabei, was ich eh demnächst lesen wollte. Auf dem Fahrrad tue ich etwas für meine Fitness. Einen Car-To-Go-Ausweis und einen weiteren von Drive-Now habe ich in der Tasche, wenn auch noch gar nicht benutzt, aber ich könnte. Ich bin auch viel seltener auf ein Taxi oder auf ein Auto der Verwandtschaft ausgewichen, als ich zuvor angenommen hatte. Natürlich erfordert es etwas Planung: Die Einkäufe z. B. für mein Geburtstagsfest mussten zeitig begonnen werden, die langlebigen Lebensmittel oder Getränke habe ich schon einige Wochen zuvor begonnen einkaufen. Aber der Lebensmittelladen und auch die Weinhandlung hätten mir meine Sachen auch geliefert, wenn ich darum gebeten hätte.
Gut zu wissen! Später werde ich darauf mal zurückkommen.

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eine Seiden-Jacke von ‚Peter Hahn‘

Kleider leihen statt kaufen

Nun möchte ich einen Schritt weiter gehen und abgesehen von einer Basic-Ausstattung wesentlich weniger Kleidungsstücke kaufen, stattdessen regelmäßig einige ausgefallene oder exquisite Teile für vier Wochen leihen. Ich habe keine Ahnung, ob das wirklich billiger für mich wird, denn die monatliche Leihgebühr ist nicht gerade günstig. Aber darum geht es mir gar nicht. Ich habe mit dem Umzug in eine halb so große Wohnung die unerwartet große befreiende Wirkung verspürt, viel Ballast abgeworfen zu haben. Kann ich das nicht auch auf meine Kleidung übertragen? Ich werde es in diesem Jahr einfach mal versuchen. Sicher werde ich auch etwas experimentierfreudiger, was meine Garderobe betrifft.

Für ein verrücktes Teil gebe ich nicht gleich Geld aus, aber dies mal 4 Wochen lang ab und zu ausprobieren, das traue ich mir zu.

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Ein sehr kurzer, dafür um so breiterer  Baumwoll-Pulli

Nicht zuletzt reizt mich auch der Gedanke, dass sich mit Pola Fendel und Thekla Wilkening zwei Modefachfrauen der Firma Kleiderei ,

siehe: http://www.kleiderei.com

an meiner Stelle überlegen, was zu mir passen könnte, denn die zugeschickten Stücke sind schon immer eine Überraschung. Möglicherweise werde ich so etwas waagemutiger und finde so zu einem neuen Modestil. Es könnte so etwas wie eine im Preis enthaltene Stilberatung werden, ich bin gespannt.

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Gerade hat die „Kleiderei“ für 6 Wochen einen Pop-Up-Laden im Schanzenviertel, so dass ich nicht 4 Wochen auf neue Stücke warten  muss. Das Wollkleid trägt sich daheim wunderbar, samtweich, eben reine Wolle. Aber die beult auch aus, mit dem Kleid werde ich sicherlich nicht raus gehen. Also werde ich mich bald wieder ins Schanzenviertel begeben, dieses Kleid zurück geben und  mir etwas anderes aussuchen.

 

Damit müsste ich es schaffen, mit weniger Platz im Kleiderschrank auszukommen, weniger Teile müssten im Winter oder Sommer aussortiert und für einige Monate in den Keller verbannt werden und ich hätte Zeit und Platz für anderes.

Mal sehen, was mir 2018 einfällt, sollte mir der Kleidertausch zusagen.

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Nr. 38: Die Elbphilharmonie

13. Januar 2017

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Das ‚Hamburger Abendblatt’, von mir bisher gerne als ‚Hamburger Käsblatt’ tituliert, brachte in einer 13-teiligen Folge die Geschichte dieses Bauwerks von 2000 bis zur Eröffnung Anfang 2017. Ich bin nicht von hier, habe die erste Präsentation dieses als Jahrhundert-Projekt geplanten Baus nicht miterlebt, dann aber schon im Süden Deutschlands immer wieder von dem  jahrelangen Baustopp und von einer exorbitanten Entwicklung der Baukosten gehört.

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aufgenommen von der Elbe

Aber als ich 2015 nach Hamburg gezogen bin, war zumindest die Fertigstellung in greifbarer Nähe und der sichtbare Aufbau auf dem ehemaligen Kakaospeicher im Hafengelände versprach etwas Einzigartiges.

Das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 und die Elbphilharmonie wurden immer wieder in einen Topf geworfen

Nichts beim vergleichbaren Bauskandal des Stuttgarter Bahnhofs lässt auf Ähnliches hoffen, zu sehr wird dort ein gut funktionierender oberirdischer Sack-Bahnhof mit heute 16 Gleisen auf 8 unterirdische durchgängige gestutzt, alles für die Bahnbenutzer wichtige wird gekürzt und verkleinert, damit es unter die Erde passt, und das alles nur, um Freiflächen im Talkessel für neue Immobilien zu erhalten. Dabei waren diese Flächen über den Bahngleisen bisher die wichtige Frischluftschneise in den stickigen Talkessel hinein und hinaus.

Die Elbphilharmonie verdient nicht, mit S21 in einem Atemzug genannt zu werden

Auch wenn ich 2015 flapsig kund tat, ich zöge von S21 zur Elbphilharmonie, so war ohne viel Fantasie zu sehen, das in Hamburg wird ein beeindruckendes Gebäude, auch wenn mir die Steigerung der Baukosten von 80 Millionen auf 800 Millionen mehrmals kurz die Sprache verschlagen hat.

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Aufgenommen von der Elbe aus

Obwohl mich die internationale Berichterstattung des Hamburger Abendblattes nicht überzeugt, diese Serie mit dem Titel: “… vom Jahrhundertprojekt zum Albtraum und wieder zurück“, ist einfach Spitze, von Lokalpolitik verstehen sie etwas. Ich habe auf jede Fortsetzung gewartet, habe diese Seite oft als erstes gelesen, war besser als mancher Krimi.

Gestern, am 11. Januar 2017, war die offizielle Einweihung für geladene Gäste. Ab 18.30 Uhr hat der NDR darüber berichtet, und er begann sogleich damit, dass sich die Kanzlerin Angela Merkel, der Bundespräsident Joachim Gauck und auch der Innenminister Thomas de Maizère ein wenig verspäten werden, der Schnee würde Probleme auf dem Berliner Flughafen verursachen. Dabei gibt es doch gar keine Flugverbindung mehr zwischen Hamburg und Berlin, der Zug ist doch schneller, wenn man das Einchecken und die Fahrtzeit zum Flughafen dazuzählt. Aber Politiker haben ja eigene Fortbewegungsmittel, Schwamm drüber.

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Aufgenommen von der Stadtseite

Nach einer Einführung im NDR-Regionalfernsehen bin ich mit Nachbarn zu den Landungsbrücken gefahren, diese hatten Plätze auf einer Barkasse gemietet. Nur von der Elbe aus und vom gegenüberliegenden südlichen Elbufer sollte die Umsetzung des Konzerts in Lichtspiele auf der Elbphilharmonie zu sehen sein, zur Stadt hin gibt es diese Freiflächen nicht, da versperren gleich mehrere ältere Gebäude die Sicht auf die Elphi, wohl die neue Kurzform für das Gebäude. Nach einem Spaziergang zum ehemaligen Kakaospeicher habe ich mir kurz nach 20 Uhr einen Platz an den Landungsbrücken gesucht, weniger um den von dort sichtbaren kleinen Teil der Lichtspiele zu sehen, sondern mehr, um die Stimmung der Eröffnung außerhalb des Konzertsaals mitzubekommen.

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Die Speicherstadt und die Elphi im Hintergrund

Buhrufe, als das Konzert nicht auf die Minute genau startete – das kann es wohl nur in Deutschland geben!

Warum auch immer, aber kurz vor 20.15 Uhr begannen Umstehende, von 8 auf 1 runterzuzählen, als ob ein Dirigent auf die Minute genau beginnen könnte, den Taktstock zu schwingen. Sie dürften wohl noch nie in einem Konzert gewesen sein. In diesem speziellen Fall waren nicht nur einige Gäste etwas später gekommen als geplant, es gab auch noch keine Erfahrung, wie lange die Instrumente gestimmt werden müssen, war doch noch nie der große Konzertsaal voll bis auf den letzten Patz.

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aufgenommen vom Elbufer aus

Als das Konzert dann um 20.40 Uhr für alle an der Elbe stehenden Zuschauer sichtbar durch die Umsetzung der Musik in Lichtspiele losging, überließ mir ein netter Mensch neben mir einen seiner Ohrenstöpsel und ich konnte das Konzert hören und gleichzeitig die Lichtspiele verfolgen. Wunderbar! Einmalig! Schön! Dieses Konzert hören zu dürfen und gleichzeitig an der Elbe umgeben zu sein von vielen Lichtern und Menschen hat mich gar nicht spüren lassen, dass es auch regnete an diesem Abend.

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aufgenommen von der Elbe aus

Den Teil des Konzerts nach der Pause habe ich dann daheim in der warmen Wohnung vor dem Fernseher genossen, wohl wissend, dass ich mir den 1. Teil noch am folgenden Tag mithilfe der Mediathek ansehen werde.

Wenn der große erste Hype auf die Elbphilharmonie verklungen ist, dann werde ich mir eine Karte kaufen, ich möchte den Klang des Orchesters in diesem Saal live hören.

Demnächst aber schaue ich, ob ich eine Karte für eine Führung durch das Gebäude erwerben kann, es ist schon ein kolossales Gebäude.

Es war ein schöner Abend.

2017 hatte ich das Glück, eine private Führung in der Elphi genießen zu dürfen. Dort sind Fotos entstanden, von denen ich einige im Blog Nr. 44  veröffentlicht habe.

 

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Nachtrag

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37. Kafka hat mich auf meinem Weg begleitet

25. Dezember 2016
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Die Spuren im Schnee – wo führen sie hin?

Die Bedeutung der Bücher

Viele Bücher haben mir gefallen, die meisten habe ich aber auch bald wieder vergessen, manche Bücher blieben auch einfach ungelesen. Große Mengen von Büchern habe ich im Laufe der Jahrzehnte und in Anbetracht meiner beruflichen und privaten Beschäftigung mit Politik, Geschichte, Psychologie, Therapie, Germanistik und letztlich auch noch Philosophie angeschafft.

 

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Abheben? – Vor der Elb-Residenz (Foto: Bib)

Es gab auch keine Notwendigkeit, sich von ihnen zu trennen, genug Platz war in der Wohnung da. Aber mit meinem Umzug in den Norden in eine genau halb so große Wohnung musste dieser Bestand deutlich verringert werden, einige Büchertische im Rathaus oder in der Volkshochschule standen zur Verfügung. Ich glaubte, ich hätte mich gut von vielen Büchern getrennt, hier beim Auspacken der Kartons in Hamburg musste ich feststellen, ich habe immer noch zu viele behalten.

Von einigen Autoren möchte ich mich nach Möglichkeit zeitlebens nie trennen, sie haben mein Innerstes berührt, z. B.:

Franz Kafka

Ich brauche nur an ihn zu denken, schon sehe ich ihn vergeblich kämpfen im „Das Schloss“. Als auch ich 1981 vorstellig werden musste in einem Schloss, und zwar in einem, in dem das baden-württembergische Kultusministerium untergebracht war, da hat mir dieses Romanfragment von Kafka geholfen, nicht an mir zu zweifeln, sondern meine Sicherheit zu bewahren. Das, was ich dort erlebt habe, konnte ich nur als kafkaesk einordnen, nicht ich war verrückt, sondern die Vorgänge dort. Ich konnte meine Sache durchziehen, einen Weg finden, auch in Ba-Wü wieder in meinem Beruf arbeiten zu dürfen.

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Foto: Bib

Nun, ich musste noch mal ein Fach studieren, mein drittes, Deutsch, schon 6 Jahre in West-Berlin unterrichtet, habe ich gewählt. An der Pädagogische Hochschule in Ludwigsburg traf ich auf 2 Kafka-Experten. Der eine forschte, welche Lichtverhältnisse u.Ä. Kafka wohl beim Schreiben seiner einzelnen Werke vorgefunden haben wird – nicht so ganz mein Fall.

Prof. Fingerhut, dem 2. Kafka-Experten, ging es um die gemeinsame Interpretation und darauf konnte ich mich gut einlassen. Ihm bin ich noch immer dankbar. (Als ich später als Dozentin selbst an dieser Hochschule tätig war, konnte ich ihm sagen – schön.) Er stellte sich und uns die Frage, wie  die Lebensumstände wohl gewesen ein müssen, als Kafka ein bestimmtes Werk geschrieben hat? Mit dieser Frage im Hinterkopf eröffnete sich eine ganz neue Sichtweise. Jeder Autor ist beeinflusst von seinen Lebensumständen. Einer wie Franz Kafka, der tagsüber gezwungen war, in einem ungeliebten Beruf seinen Lebensunterhalt zu verdienen und die Erwartungen der Familie zu erfüllen, wenn der sich dann nachts nicht ausruht, sondern eine Geschichte zu Papier bringen muss, die Millionen anspricht, die später Weltruhm erlangen wird, dann hat ihm das seine innere Not diktiert.

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Sternenhimmel (Foto: Bib)

Ein Bild aus einer Geschichte „Die Verwandlung“ von Kafka hat sich noch tiefer in meiner Erinnerung eingebrannt: Der übergroße auf dem Rücken liegende Käfer, der sich nicht mehr aus eigener Kraft umdrehen kann, während draußen an der verschlossenen Tür die Schwester und Mutter klopfen und zum Aufstehen und zum Aufbruch zur Arbeit mahnen. Diese übergroßen Anforderungen, denen sich Kafka ausgesetzt sah und wo ich mich so wiederempfinden konnte nach 5 schwierigen Jahren zwischen meinem 14. und 19. Lebensjahr. Wie Gregor Samsa hätte ich mich so gerne aufgelehnt gegen die Erwartungen und Aufgaben, die mir da vom Schicksal aufgebürdet wurden, und gleichzeitig habe ich wie Gregor Samsa diesen verständlichen Wunsch in mir auf das entschiedenste bekämpft. Ach, ich wäre so gerne eine Jugendliche mit all den pubertären Problemen gewesen, aber das ließen die Lebensumstände einfach nicht zu. Die einige Jahre später entdeckte „Verwandlung“ von Kafka kam mir wie eine Offenbarung aus meinem Inneren vor. Es ging nicht nur allein mir so, auch andere haben Ähnliches erlebt. Das wirkte befreiend!

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Wo führt mein Weg hin? (Foto: Bib)

Das ist für mich die Bedeutung von Kafkas Werk: Wer in irgendeiner Form ähnliche Nöte durchleben musste, der kann durch Kafka auf den Weg der Heilung gebracht werden, andere mögen ihn gerne ratlos beiseite legen.

Fast ebenso präsent ist mir die Artistin in Kafkas Werk „Auf der Galerie“, wo ein Zirkusbesucher den Eindruck hat, dass sie mit ihrem Auftritt nicht aufhören darf oder kann.  Oder zeigt der 2. Teil, dass es doch ganz anders war?

Die Artisten in der Zirkuskuppel ratlos“ von Alexander Kluge aus dem Jahre 1968 schließt sich an Kafkas kurze und unter die Haut gehende Geschichte an und zugleich an die Berliner Studentenbewegung, an der ich bis zum Februar 1969 bis auf wenige Ausnahmen wie der Demo am „Tegler Weg“ nicht aktiv teilnehmen konnte, weil ich den gelähmten Vater zu pflegen oder zumindest im Krankenhaus zu besuchen hatte. Diese Werke bzw. dieser und andere Filme haben mir gezeigt: Es gibt große, nicht überschaubare Fragen und oft keine, oder zumindest keine einfachen Antworten.

40 bis 50 Jahre kenne ich diese Werke, sie haben ihre Spuren in meinem Bewusstsein hinterlassen, sie sind ein Teil von mir, sie sind mir wichtig.

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Nachtrag

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36. Hamburg ist auch im Winter super!

14. Dezember 2016

 

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Wenn der Besuch in Hamburg in der Zeit stattfindet, wo auch 50 Außenminister der Welt (samt ihrem jeweiligen Tross) die gleiche Idee eines Besuches in dieser Stadt haben, dann möchte ich zeigen, dass die Hamburger Messe, der Veranstaltungsort für die OSZE-Außenminiser-Konferenz, mitten in der Stadt liegt, außerdem auch noch im Szeneviertel, deren Bewohner so einer Veranstaltung nun überhaupt nicht positiv gegenüber stehen.

Ihnen, den Bewohnern, wurde auch schon vor Monaten erklärt, dass sie keinen Kindergeburtstag u.Ä. in dieser Zeit feiern können, da kein Gast durchgelassen werden würde, den ganz Kleinen muss man ja nicht sagen, dass sie am 8. oder 9.12. Geburtstag haben, einfach auf den 11.12. verlegen – oder beginnt damit schon das Lügen und Schummeln?

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Aufnahme vom Febr. 2016

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Da ich vorher in der süddeutschen Stadt mit dem im sumpfigen Untergrund nicht zu vernünftigen Kosten und Risiken erstellbaren Bahnhof gelebt habe, freue ich mich, dass die Elbphilharmonie hier nun wirklich fertig gebaut ist, zwar von geplanten 80 Mio auf zuerst 280 Mio und inzwischen nun 800 Mio teuer – diese Steigerung des Baupreises ist für mich nicht  wirklich vorstellbar – für Sie/dich? Aber im Gegensatz zu dem Bahnhof in Stuttgart ist dieses Bauwerk hier nun tatsächlich fertig. Wow!

 

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Von Steinwerder (im Dez.)

Ich bin inzwischen auf der in mittlerer Geschosshöhe um die um das ganze Gebäude herumlaufende Aussichtsplattform herumgegangen – hier ein kleiner Hinweis an die RaucherInnen: keine Aschenbecher, rauchen nicht erlaubt.

 

Wenn HH sein bekanntes Schmuddelwetter hat, dann ist das in diesem Fall gut, denn dann müsst ihr zu dieser kostenlosen Besichtigung überhaupt nicht anstehen. Sollte die Sonne strahlen, dann bringt eine Lektüre oder einen Gesprächspartner mit, dann dauert es, bevor ihr auf die lange Rolltreppe dürft, aber der Rundblick über die Hafencity und über Teile des Hafens und der Innenstadt entschädigt wirklich für das Warten. Die Veranstalter schlagen eine Reservierung der kostenlosen Tickets vor, in diesem Fall dann für 2 €, ist ja auch wenig.

Nach dem Überblick von oben ist es schlüssig, sich nun die Hafencity anzusehen. Aber wie könnte ich diesen neuen Stadtteil beschreiben, den ich bei all meinen Reisen in den letzten 12 Jahren besucht habe und seit ich in dieser Stadt lebe, monatlich? Geht nicht, dieser Stadtteil hat seinen unglaublichen Reiz, aber er gefällt nicht allen, was ich auch verstehen kann.

Zur Zeit (Dez. 2016) gibt es einen längeren Film vom NDR über die Hafencity und deren BewohnerInnen, sehr unkritisch, aber mit wunderbaren Bildern und sonst kaum zugänglichen Erfahrungsberichten. Allerdings weiß ich nicht, wie lange dieser Film in der ARD-Mediathek gespeichert bleibt:
http://www.ardmediathek.de/goto/tv/39433840

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Dez. 2016

Der alte Elbtunnel

Bei Schmuddelwetter oder auch bei Regen rate ich sehr zu einem Spaziergang durch den alten Elbtunnel, der unweit der ‚Landungsbrücken’ ist (unter der Elbe, also wetterunabhängig).

Das Bauwerk ist eine architektonische Meisterleistung vergangener Zeiten, heute noch in Funktion. Bitte nicht auslassen, wo gibt es denn sonst so etwas?

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mit PKW

Morgens bis zum Mittag ist der Weg für Autos (aber wegen der schmalen Fahrbahn fast nicht mehr geeignet für SUV’s, aber es gibt ja noch schmälere Fahrzeuge) vom Nordufer der Elbe nach Süden geöffnet, später umgekehrt. Zu Fuß ist es kurzweilig, da wunderbare Fliesen an der Wand ablenken.

 

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Angekommen an der anderen Seite der Elbe, in Steinwerder, bekommt man einen ungewohnten Blick auf die Elbphilharmonie (der neue Spitzname „Elphi“ geht mir bisher noch nicht so einfach über die Lippen) sowie auf die ganze Uferseite von Blankenese bis zu dem neuen blinkenden Wahrzeichen der Stadt.

Es ist kaum zu glauben, dass dieses von Bau-Skandalen gebeutelte Bauwerk nun das neue Wahrzeichen dieser alten Stadt in der Welt sein soll, aber alles deutet darauf hin. Nun, mir soll es Recht sein, 800 Millionen Mehrkosten sollten doch wenigstens teilweise wieder rein kommen, vielleicht durch mehr Touristen. Das könnte doch vielleicht meine Kosten als Bürgerin der Stadt etwas entlasten?

Seit Anfang Dezember 2016 schreibt das Hamburger Abendblatt, die einzige hiesige Tageszeitung (jenseits der nun wirklich nicht zur Debatte stehenden Bildzeitung), die sich aber auch nicht durch journalistische Meisterleistungen hervortut, eine 13-teilige Serie über die Planung und dieses Baus:

“ Die Elbphilharmonie – vom Jahrhundertprojekt zum Albtraum und wieder zurück“

Für diese Serie schlage ich diese Hamburger Tageszeitung für eine Auszeichnung vor, das ist eine grandiose Leistung!! Alle Einzelheiten sind bekannt, aber diese nun in 13 Tagen in Serie abdrucken ist besser als viele Krimis. Ich warte schon auf den morgigen Beitrag, echt spannend!

Aber nun zurück zu unserem Tagesausflug:

Die Elbfähren 62 und 64 können wir zum Tagesticket benutzen. Zu Fuß unter der Elbe zurück am nördlichen Ufer bietet es sich an, die Fähre 62 an der Anlegestelle 2 an den Landungsbrücken nach Finkenwerder zu nehmen. Wenn man morgens ab 9 Uhr ein Tagesticket für 6,20€ gekauft hat, dann ist das alles abgedeckt. Nach einer angenehmen Fahrt in der Fähre 62 flussabwärts, bei gutem Wetter oben auf dem Deck, bei Regen einen Stock tiefer, vorbei an Blankeneese führt die Fahrt nach Finkenwerder auf die andere Seite, die südliche, der Elbe. Dort bietet sich der Verzehr eines Fischbrötchens in der Fischbude an oder alternativ oder ergänzend ein Spaziergang durch einen kleinen Park. Gegenüber pulst noch das Leben, hier ist Kulturlandschaft (von uns heute oft fälschlich auch Natur genannt) Ruhe, Entspannung.

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Ein Blick aus dem Jenisch-Haus

Die Fähre 64 bringt uns im Nu von Finkenwerder an das nördliche Elbufer zurück, nach Teufelsbrück, wo der Jenisch-Park mit einer wunderbaren Ausstellung der Werke von Eleonore Mau, einer Fotografin, die von Hamburg aus in die Welt aufgebrochen ist, auf uns wartet. Die Eleonore-Mau-Bilder darf ich nicht zeigen, aber eines der sehr schönen Fenster der Ausstellung schon.

Nach dem Jenisch-Park bietet sich ein Spaziergang am Elbufer in der Richtung Altona an, wochentags sehr angenehm, bei gutem Wetter am Wochenende rate ich ab, es sei denn, man mag gerne unter Menschenmassen sein.

Tausende von Menschen besuchen gerade im Dezember 2016 den Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg an der Binnenalster von Hamburg. Selbst der amerikanische Außenminister Kerry war vor Beginn der OSZE-Tagung dort, hat eingekauft, also etwas für sich oder für Verwandte gefunden. Ich konnte dort in diesem Jahr nichts Interessantes entdecken, was typisch für Hamburg ist. Im letzten Jahr war ich noch beeindruckt, dass ich dort einige Hütten finden konnte, die ich nicht in Stuttgart oder Esslingen auch schon gesehen hätte, die ich als lokal hier im Norden verankert in Erinnerung hatte. Aber vielleicht trügt mich meine Erinnerung.

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Besser gefällt mir ein Sonnenuntergang am Elbufer bei Blankenese oder – wenn es in der Innenstadt sein soll –  die weihnachtliche Verschönerung im Hamburger Rathaus,  schöne Sterne im alten Foyer.

Wer schon im Rathaus ist, der kann auch einige Meter weiter gehen bis zur hinter dem Rathaus liegenden Handelskammer, der früheren Börse. Über meinen Besuch dort habe ich schon in meinem Beitrag Nr. 21 geschrieben, nach wie vor finde ich das nachträglich eingebaute „Haus im Haus“ vom Architekten Benisch sehr beeindruckend.

Einfach zurückklicken zum Beitrag Nr. 21 – dort sind wunderbare Bilder zu finden.

Ein kleiner Hinweis für einen traditionellen Imbiss in der Nähe des Rathauses und der Handelskammer: Auch wenn das Fischrestaurant von Daniel Wischer nun nicht mehr in Räumen verteilt auf 2 Ebenen anzutreffen ist, sondern etwas beengter, die Garnelen sind weiterhin frisch und wohlschmeckend, wobei ich nicht weiß, wie sie gefangen wurden, ob die Garnelen gezüchtet wurden und unter welchen Bedingungen.

Grindel

Immer wieder fällt mir auf, dass die Nationalsozialisten in ihrer zwölfjährigen Gewaltherrschaft einen Teil unserer Kultur ausgelöscht haben, nämlich die zu Deutschland gehörende jüdische Kultur, wir nach dem Krieg Geborenen sie gar nicht mehr kennen. Aber kleine Inseln der alten jüdischen Kultur sind noch da, so der große jüdische Friedhof in Altona, darüber möchte ich gerne noch mal einen Beitrag schreiben. Als neue Begegnungsstätte möchte ich den jüdischen Salon im ehemals jüdischen Grindel, das Café Leonar in der Straße Grindelhof 56 vorstellen. Anfang Dezember hat dort Ruth Melcer eine Lesung abgehalten, eine Shoah-Überlebende, eines der wenigen Kinder, die nach Jahren der Inhaftierung in Auschwitz-Birkenau befreit werden konnten. Sie und ihre Eltern konnten nichts als ihr nacktes Leben retten. Nun hat Ruth Melcer mit Unterstützung einer Co-Autorin ihre jüdischen Familienrezepte in einem Buch zu Papier gebracht. Auch das ist ein Teil der jüdischen Kultur, die viele Jahrhunderte ein Teil der deutschen Kultur war und die diese Nationalisten nicht total zerstören konnten. Ein Drittel der Klassenkameraden meines Vaters, geboren 1909  in Berlin-Charlottenburg am Lietzenburger See, war jüdischen Glaubens (und damit kamen sie sonnabends nie zum Unterricht), das war ein  wichtiger Teil unserer Kultur. Schön, dass es diesen „Verein Jüdischer Salon am Grindel e.V.“ gibt.

Wenn Hamburg einen Teil seiner Innenstadt zum Wohl von 50Außenministern absperrt, dann bietet es sich an,in diesen Tagen lieber in Altona zu bleiben. Ottensen und das nördlich angrenzende Bahrenfeld beheimaten viele Kreative bzw. alternative Betriebe. Hamburg gefällt mir auch gerade deshalb, weil sich in vielen Stadtteilen kleine Läden halten konnten, d.h. ja auch, dass viele Leute bereit, ein wenig mehr zu zahlen, ihren Bilderrahmen im Leistengeschäft zu kaufen und nicht zum schwedischen Riesenunternehmen zu gehen. Das Brot bei „Zeit für Brot“ ist auch etwas teurer, aber es schmeckt viel besser und hält länger als eines aus einer Backmischung, all das berücksichtigt, ist es gar nicht teurer. Gar nicht berechnen kann ich bei diesem Vergleich, dass der kleine Enkelsohn sich beim Besuch der Bäckerei die Nase an der großen Glasscheibe platt drücken kann beim Zuschauen des Backens und er nun von klein auf verfolgen kann, wie es in einer Backstube zugeht.

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Gut zu Mittag essen kann man in Hamburg an sehr vielen Orten, täglich schlägt z. B. die digitale Elbvertiefung des Magazins „Die Zeit“ ein Restaurant für ein Mittagessen vor. Wir haben in dieser Woche im „Fischmarkt Bistro“ zu Mittag gegessen, es war so gut und auch so reell, dass wir am übernächsten Tag dort schon wieder zu finden waren

 

Als Ausflugsziel für einen weiteren Tag schlage ich die Balinstadt in Hamburg Veddel vor, dort ist das Auswanderer-Museum untergebracht. Vom diesem Ort sind 5 Millionen Menschen in die Welt aufgebrochen, 5 Millionen, das sind auch Millionen von Familiengeschichten. Auch wenn jetzt die Ausstellung ganz neu konzipiert worden ist, modernisiert, mehr Beziehungen zur Migration heute, möchte ich auf meinen früheren Beitrag mit der Nummer 23 hier im Blog verweisen.

Einfach zurückklicken zum Beitrag Nr. 23 –
dort sind einige schöne Eindrücke zu finden.

„Auge in Auge mit den Giganten“

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Einen ausführlichen Beitrag möchte ich hier bald schreiben von unserer Rundfahrt durch die Containerumschlag-Anlagen. Das Reiseunternehmen „Jasper“ hat als einziges die Erlaubnis von der HHLA, in die ansonsten gesperrten Anlagen reinzufahren, teilweise mit Begleitfahrzeug, wie auf dem Foto rechts zu sehen, mal mit, mal ohne Fotoerlaubnis.

Nachtrag

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