Nr. 52: Weltnaturerbe Wattenmeer

26. Dezember 2017

 

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SPO im Dezember 2016 (Foto Bib)

Ich mache mal wieder Urlaub in St. Peter-Ording, eigentlich ein Ort, der im Winter bis auf eine tolle Therme nicht viel zu bieten hätte, wenn, ja wenn der Ort sich nicht zum Wattenmeer öffnen würde. Nur kam ich bis auf eine Ausnahme immer mit einem starken Schnupfen oder mit Halsschmerzen her und damit war ein Besuch der Thermen tabu, aber wenigstens hat mich die Seeluft jedes Mal von der Erkältung kuriert. Aber 1 x kam ich total gesund an und bin frohen Mutes zur Therme, aber da war sie zu einer gründlichen Überholung geschlossen. Ich gebe aber nicht auf und komme mindestens so oft her, bis ich auch die Therme mal kennenlernen kann.

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Pfahlbauten von SPO (Foto von Bib)

Die berühmten Wahrzeichen von St. Peter-Ording sind aber nicht im Ort zu finden, sondern vor der Haustür im Wattenmeer: die Pfahlbauten

Da hier immer wieder mit Sturmfluten zu rechnen ist, hat sich eine besondere Bauweise für notwendige Gebäude im Wattenmeer durchgesetzt: die Pfahlbauten.
Wie hoch hier eine Sturmflut werden kann, kann man ablesen an der Höhe der Pfähle.

Die eigentlichen Gebäude haben eine massive Holzkonstruktion als Unterbau, deren einzelne Pfeiler nach Jahren der Nutzung im Salzwasser einzeln ausgetauscht werden können. Bei Ebbe bin ich schon zwischen der ganzen imposanten Stelzen-Konstruktion herumgelaufen und habe die Gebäude von unten betrachtet.

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Sanitärhaus (Foto 2016 von Bib)

Wenn diese Pfahlbauten früher für den Fischfang und die Seenotrettung gebaut wurden, so sind sie inzwischen erstellt worden für die Badeaufsicht, die Strandkorbvermietung, für die Gastronomie und natürlich auch für so profane Dinge wie Sanitäranlagen.

 

Wobei das niemand gering schätzen sollte, ich weiß noch, welche Probleme wir bei unserem Watershed-Besuch im Hinterland von Maharastra in Indien wegen den fehlenden Sanitäranlagen hatten.

 

Was bedeutet dieser von der UNESCO verliehene Titel „Welt-Natur-Erbe“?

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Strand von SPO im Dez. 2016 (Foto Bib

Nun, es darf nach der Verleihung nicht mehr neu in die Natur eingegriffen werden, sie soll sich so entwickeln dürfen, wie sie es ohne Eingriffe des Menschen von sich aus machen würde. Natürlich müssen die witterungsanfälligen Holzplanken der langen Stege über das Wattenmeer immer mal wieder erneuert werden, aber neue Wege werden nicht mehr genehmigt.

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Die Dünen dürfen überhaupt nicht mehr betreten werden, die Tiere sollen dort nicht gestört werden, auch nicht durch freilaufende Hunde, aber nicht alle Hundebesitzer halten sich dran.

Ich habe keineswegs vor zu heiraten, dafür fehlt mir als erstes ein Mann, aber den geeigneten Platz wüsste ich schon: den Leuchtturm Westerhever

Wie wichtig der Schutz der Schifffahrt ist, zeigt der nördlich von SPO gelegene Leuchtturm Westerhever, der Anfang des letzten Jahrhunderts auf einer 4 m hoch aufgeschütteten Warft errichtet wurde. Bei guter Sicht können ihn nachts die Schiffe schon 50 km weit sehen. Heute wohnt kein Leuchtturmwärter mehr in dem Turm, die Beleuchtung läuft automatisch, dafür sind in den Häusern am Fuß des Turms Nationalpark-Schutzstationen.

Mal ist das Meer da, dann wieder nicht – und wir Menschen haben keinen Einfluss darauf!

Seit den jährlichen Sommer-Urlauben mit meinen Eltern in meiner Kindheit faszinieren mich die Gezeiten, heute vielleicht sogar noch mehr, nachdem sich mein ganzes Leben überwiegend in der Stadt abgespielt hat.

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Skiten (Foto von Bib 2016)

Schon bei normalem Wetter sind die Einwirkungen der Natur heftig: Die Gezeiten, also Ebbe und Flut, wechseln sich täglich in einem bestimmten Zeitraum ab. Bei Ebbe zieht sich das Wasser hier extrem weit zurück, weiter als an den anderen Nordseestränden, sorglos kann man diese Strände für eine Weile nutzen, Sport treiben, z. B. Strandsegeln oder ‚kiten‘. Manche lieben gerade diese Weite, andere mögen es gar nicht, dass sie bei Ebbe fast kilometerweit bis zum Schwimmen in der Nordsee laufen müssten.

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Ein Sportler auf dem Weg zum Kiten. (Foto 2016 von Bib)

 

Wenn die Flut kommt, dann kann es schnell für jeden Uninformierten gefährlich werden, denn der Tidenhub, also der Höhen-Unterschied zwischen dem Hoch- und dem Niedrigwasser, beträgt 2 Meter, d.h. bei Hochwasser geraten riesige Flächen unter Wasser. Alle hier Lebenden kennen die sich täglich um ca. eine Stunde verschiebenden Zeiten von Ebbe und Flut, jahrhundertelang haben sie das Leben der Menschen hier bestimmt.

Harmlos erscheinen einem bei Ebbe die Priele, aber sie haben es in sich

 

 

Im Wattenmeer, was bei Ebbe gut zu durchlaufen ist, dann aber bei Flut weit unter Wasser steht, gibt es auch gezeitenabhängige Flüsse, Priele genannt.

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ein Priel (Foto von Bib 2016)

Ein Priel kann also mal relativ flach sein, aber eben dann auch tief und mit einer ungewöhnlich starken Strömung. Ich weiß, warum ich bei Ebbe nicht von Cuxhaven nach Neuwerk, einer im Wattenmeer zu Hamburg gehörenden Insel laufen wollte. Selbst mit gesunden Knien hätte mich mein Respekt vor den Gezeiten und den gefährlichen Prielen von diesem Tripp abgehalten. Ich habe die Kutschfahrt mit einem erfahrenen Wagenlenker vorgezogen.

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Dünen im Wattenmeer von SPO (Foto Bib)

Ich kann hier alle Stadien von Dünen sehen, angefangen bei der Primärdüne bis zur Graudüne

Eine neue Düne entsteht, wenn Wind über nackte Sandflächen weht oder Wasserströme neuen Sand bringen. Wind trocknet diesen dann und kann ihn, wenn er leichter geworden ist, weiter landeinwärts wehen, bis dieser Sand irgendwo hängen bleibt, meist im Windschatten eines Hindernisses, z. B. einer Muschel oder einer Pflanze. Ist der Sand so „zur Ruhe gekommen“, kann sich Sandhafer auf ihm ansiedeln und ihn schließlich mit seinen Wurzeln auch bei stärkerem Wind festhalten. Siedeln sich immer mehr Pflanzen an, so reichert sich dadurch Humus im Boden an und aus der Primärdüne wird eine Weißdüne und nach längerer Zeit eine Graudüne, alles ohne Menschenhand. Jede Art von Düne hat die für sie typischen Pflanzen – klingt doch einfach und ist gleichzeitig ein Wunder der Natur, oder?

 

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Schilf  (Foto von Bib 2017)

Schilf ist mir ja auch auf dem Festland bekannt von vielen Seeufern

Uns begegnet Schilf meistens an feuchten Seeufern, doch hier an der Nordseeküste kann das Schilf mit anderen Qualitäten punkten, es kann mehrere Meter lange Wurzeln bilden und kommt so selbst in den trockenen Dünen hier an das notwendige süße Grundwasser ran.

Jeder Gegend ihre Käfer

Die Abholzung großer Bäume rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof konnte eine Weile hinausgezögert werden, weil dort in den Bäumen ein sehr seltener Käfer lebte. Hier im Wattenmeer lebt der Salzkäfer, auch ‚Prächtiger Salzkäfer’ genannt, an den Küsten der Nordsee ebenso zu finden wie z. B. im Mittelmeerraum, an der dt. Ostseeküste nicht, warum auch immer.

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Himmel über SPO im Dezember 2016 (Foto Bib)

Gras

Mich zieht es hier täglich ins Wattenmeer, nicht nur des Windes wegen, sondern auch, weil ich ständig Neues entdecken kann. So alltägliche Pflanzen wie z. B. das Gras haben es mir hier angetan, nun, nicht das Gras auf dem angelegten Rasen, sondern das Gras im Sand der Sanddünen und der Vorderdünen, Binsenquecke genannt. Sie blüht unscheinbar in den Sommermonaten, hat aber keine attraktiven Blüten, braucht sie nicht, weil sie keine Insekten zur Bestäubung anlocken muss, der Wind besorgt dieses Geschäft. Dafür ist sie fast unverwüstlich im wahrsten Sinne des Wortes, ich meine, sie verträgt Übersandung und hält sogar Flugsand aus. Wird es der Binsenquecke zu trocken, dann hat es die Natur so eingerichtet, dass sie sich einrollen kann und damit weniger Fläche zur Verdunstung zur Verfügung steht, irre. Läuft es für sie optimal, dann kann sie bis zu 80 cm hoch werden in diesem rauen und wechselhaften Klima.

  1. Nachtrag

Wer meine Webseite aufruft, erklärt sich damit automatisch einverstanden, dass sich Cookies öffnen. Eine neue EU-Richtlinie zwingt mich dazu, dies mitzuteilen. Bei manchen wird auch automatisch von WordPress ab und zu am Ende eines Beitrages von mir eine Werbung eingeblendet. Darauf habe ich keinen Einfluss und bin dafür auch nicht verantwortlich.

 

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Nr. 51: Leihen statt kaufen – ist sinnvoll und voller Überraschungen

5. Dezember 2017

Ich finde Carsharing toll, besitze auch kein Auto mehr, habe Kleidung auf Zeit vergleichbar dem Ausleihen von Büchern in der Bücherhalle und überlege, was sich sonst noch alles zum Teilen anbietet.

Kleidung auf Zeit 

In meinem Blogbeitrag Nr. 39: Mode leihen statt kaufen habe ich berichtet, dass ich inzwischen bei der „, Kleiderei“,-  www.kleiderei.com – in Hamburg gegründet von den 2 tollen Frauen Pola Fendel und Thekla Wilkening, Mitglied/Kundin bin, d.h. dass ich mir seither jeden Monat 4 Kleidungsstücke schicken lasse, sie 1 Monat trage, sofern sie mir gefallen, und dann im gleichen Karton – wieder so ein kleiner nachhaltiger Gedanke – nach dieser Zeitspanne zusammen mit meinem Feedback zurückschicke. Ich habe mir ein Jahr zum Ausprobieren dieses Konzepts zugestanden, ist ja nicht umsonst, kostet monatlich, wenn ich mir Kleider leihe. Aber dafür spare ich auch Ausgaben, habe eine Bremse für Spontankäufe, die ja oft auch Fehlkäufe sind, wenn ich/wir ehrlich bin/sind. Die  Statistik sagt, dass 30% der Kleidungsstücke bei uns in den Kleiderschränken nicht oder kaum genutzt werden. Es bleiben aber für mich noch genug Artikel zum Selberkaufen wie die Basics, ebenso die gesamte ‚Underwear‘, ebenso alles, was genau auf die eigene Figur zugeschnitten sein muss, wozu die Hosen gehören. Aber auch die in einer Saison täglich genutzten  Kleidungsstücke wie Wintermäntel bietet die ‚Kleiderei‚ nicht oder selten zum Ausleihen an, die kaufe ich mir selber.
Fast am wichtigsten für mich ist aber, dass mein eigener Kleiderschrank für meine Garderobe ausreicht, ich auch gar keinen Platz für einen zweiten hätte, denn auch in der Wohnungsgröße habe ich mich ja bewusst beschränkt, genau genommen habe ich meine Wohnungsgröße bewusst halbiert, das reicht völlig und es fühlt sich nach wie vor richtig an. Jetzt habe ich dafür keine Askese, sondern mit der ‚Kleiderei‘ einen „neverending Kleiderschrank“ gewählt.

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Manchmal haben mir in den letzten Monaten nur 2 der 4 zugesandten Kleidungstücke gefallen oder ich hatte einfach keine Verwendung für das Tragen bestimmter Stücke. Aber im Dezemberkarton waren wieder mal 4 Stücke, die mir alle ohne Wenn und Aber gefallen haben und die ich alle tragen werde.

Ich mag Neues, ich will auch jenseits der 60 noch in der Mode experimentieren, gerade jetzt, wo ich keine Rücksicht mehr nehmen muss auf meinen Beruf als Lehrerin in der Schule oder als Dozentin an der Pädagogischen Hochschule, denn dort sollte es bitte nicht so kurz und auch nicht so ausgefallen sein.

Ich mag es, Kleidung zugeschickt zu bekommen und damit auch mal anders auszusehen. Manche extravagante Jacke hätte ich mir nie gekauft, aber sie nun ab und zu in einem bestimmten Zeitraum zu tragen, ja, das mache ich gerne. Es ist zweifelsfrei auch Konsum auf hohem Niveau, aber es hat eine kleine nachhaltige Variante: Zumindest verhindere ich, dass ein Kleidungsstück in meinem Schrank versauert, fast ungenutzt bleibt, das ist ja gar nicht selten, sind wir doch mal ehrlich. Auf der anderen Seite möchte auch ich  ab und zu schön gekleidet sein, heute, morgen übermorgen. Für das Spielen mit Neuem habe ich hoffentlich noch viel Zeit, für den dezenten zurückhaltenden Look kann ich mir ja dann später noch Zeit nehmen oder wenn das ausfallen sollte, auch ok.

Wow! Durch das Leihen bin ich Teil des Sharings, horte nicht, sondern gebe im Monatszyklus wieder ab. Die einzelnen Kleidungsstücke stehen in der Zeit, in der sie uns gefallen, mehr Frauen zur Verfügung, sie haben quasi eine intensiv genutzte Lebensdauer.

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Bei jedem Hotelaufenthalt weiß ich, dass schon viele andere in genau derselben Bettwäsche geschlafen haben, natürlich dazwischen gründlich gewaschen und gebügelt. Sollte ich mir jetzt Gedanken machen, wer vielleicht vor mir auch schon Gefallen an diesem Pulli gefunden hat? Nein, wichtig ist mir, keinen neuen Kreislauf der Kleiderproduktion in Gang zu setzen: Ich leihe mir einen Teil meiner Sachen, vor und nach mir tragen andere diese Stücke, und – ich wiederhole mich – natürlich neu gereinigt. Ich habe damit überhaupt kein Problem und wer welche damit hat, soll mir bitte mal erklären, was das für ein Problem sein soll, wenn im Januar eine andere Frau diesen Pulli nach einer gründlichen Reinigung trägt. Am Ende dieses Blogs hat jede(r) die Möglichkeit, gleich spontan zu antworten, eh eine viel zu selten genutzte Gelegenheit. Ich schlafe doch auch im Hotel in Bettwäsche, in der gereinigt zig andere Gäste vor und nach mir geschlafen haben oder schlafen werden. Ist das nicht viel intimer als ein Pulli?

Doch ich möchte auf die konkrete Aktion, dem Ausleihen von Kleidungsstücken bei der Hamburger Firma ‚Kleiderei‘ zurückkommen: Mit jeder Kundin – oh, auch jedem Kunden(?) – werden die bei der ‚Kleiderei‘ geliehenen Kleidungsstücke häufiger genutzt  und gleichzeitig wird vermutlich die individuelle Anschaffung neuer Kleidungsstücke bei jeder Kundin hinausgezögert. Bestimmte Kleider einfach nur für einen Monat zu leihen und sie dann wieder dem Kreislauf zur Verfügung zu stellen, erscheint mir inzwischen ganz vernünftig und im gewissen Sinne auch nachhaltig. Nein, nach vielen Monaten im Jahr 2017 erscheint mir das Gegenteil unsinnig, gegen jede Vernunft sprechend und  auch altmodisch. Carsharing-Fahrerinnen müssten eigentlich der ‚Kleiderei‘ und ähnlichen Unternehmungen die Tür einrennen.

Manche neuen Trends gefallen mir, ich habe in der Vergangenheit auch oft genug mehr als ein Stück davon erworben, aber Trends wechseln heute viel schneller als früher, bald gefällt es mir dann schon nicht mehr. Aber nun leihe ich und gebe nach kurzer Zeit zurück! Wäre das nicht in unserer schnelllebigen Zeit die richtige Antwort?! Wenn das viele machen würden, dann gäbe es einen Ruck durch unsere Konsumwelt:

  • Weniger gekauft, aber besser gekleidet,
  • nicht mehr so viel wie bisher angeschaffen, aber trotzdem ab und zu überraschend und ungewohnt gekleidet,
  • weniger ausgeben, aber zufriedener mit den eigenen & geliehenen Kleidungsstücken im Schrank,
  • kein schlechtes Gewissen, da weniger sinnlose Anschaffungen, aber trotzdem immer eine gute Auswahl,
  • kein Konsumwahn, sondern Ausleihen und Zurückgeben von Kleidungsstücken im Monatsrhythmus,
  • ab und zu als Leihgabe Designerstücke, die ich sonst kaum kennen und würde und mir u. U. auch nicht leisten möchte.

Einige von den folgenden Marken hatte ich auch schon zur Verfügung: Black Velvet Circus,   Ethel Vaughn, fremdformat, JAN’ NJUNE, Lanius, Lies in Layers, Musswessels oder Nusum – und dies alles bei einem Monatsbeitrag von 34 €.

Faire und nachhaltige Produktion – fairer Handel – fairer Konsum

Ich habe so gut wie keinen Einfluss darauf, ob die Mode fair produziert wird, die Menschen bei der Herstellung keinen Schaden nehmen und angemessen bezahlt werden. Aber ich habe inzwischen die Möglichkeit zu entscheiden, ob der Konsum verrückt, umweltschädlich oder in gewissem Sinne überlegt und sogar etwas nachhaltig abläuft. Natürlich muss ich mich noch mehr bemühen, weniger zu konsumieren, aber ich bin auf dem Weg.

Nr. 50: #MeToo

14. November 2017

Ein (kleiner medialer) Aufschrei geht durch – nun, nicht durch die Welt, da sind ganz andere, viel elementarere Katastrophen – aber zumindest durch die sog. westliche Presse-Welt, zumindest durch Staaten, die mit Deutschland vergleichbar sind.

Dieser Aufschrei hat mich nun auch erreicht.

Haben wir nicht alle mal davon gehört: „Du musst dich hochschlafen, wenn du in Hollywood (oder…) was werden willst?“, aber wir haben schnell an etwas anderes gedacht, es sollten damit doch nicht die gemeint sein, die wir gut fanden, deren Filme wir gerne sahen, mit deren Rollen wir uns so gerne identifiziert haben, wenigstens einen Film lang, vielleicht sogar die eine oder andere Träne geweint, aber nicht im geringsten für den Preis, den sie vermeintlich für diese Rolle zahlen musste, nein die Tränen waren für den Film, für die von ihr verkörperte Rolle.

Schiet!

Bei dem ganzen berechtigten Aufschrei „#MeToo“ in den letzten Wochen hat mir aber die Darstellung einer andere Seite der sexuellen Übergriffe, nämlich die im familiären Umkreis, gefehlt!

So wie jede (!) sexuelle Gewalt eines Vorgesetzten oder beruflich Mächtigen eine zu viel und furchtbar (!) ist, so sind die sexuell geprägten Übergriffe bis hin zu Vergewaltigungen im engen Bekannten- oder Verwandtschaftskreis weitaus häufiger und auch verheerender. Ich bedauere jede Schauspielerin, die von einem Filmmogul zu Sex genötigt wurde, wollte sie nicht vor dem beruflichen Aus stehen. Aber vom vertrauten Verwandten oder Nachbarn sexuell für seine Phantasien missbraucht worden zu werden, ist noch schlimmer. Wem kann das junge Mädchen bzw. die Frau noch trauen, wenn dieser Vertrauensbruch in der Familie stattgefunden hat?

Es erfordert viel Arbeit an der eigenen Psyche, diese Beschädigungen zu heilen, es ist nicht einfach.

Ich habe mich nach diesen Veröffentlichungen entschlossen, auch nicht mehr zu schweigen, u. A. weil ich mit meinen beiden Aneurysmen wichtige Dinge nicht mehr auf die lange Bank schieben möchte.

Aber es bedurfte wohl des Anstoßes durch die aktuelle Kampagne #MeToo, um nun über Jahrzehnte alte Übergriffe im familiären Bereich zu berichten.

Möge diese Offenlegung andere ermutigen, auch ihr Schweigen zu brechen, gleich, den nächsten Angehörigen gegenüber. Ich habe leider fast mein ganzes Leben dazu gebraucht.
‚Zeit heilt Wunden’, so heißt es doch, aber diese Art der Beschädigung verblasst vielleicht, sie verschwindet nie. Wir Beschädigte lernen nur – Blödsinn: glücklicherweise! – damit zu leben, wir wenden viel Kraft auf, damit diese Übergriffe keinen zeitlich unbegrenzten Einfluss auf unser weiteres Intimleben bekommen, es nicht beschmutzen. Einigen gelingt es, anderen nicht.

Ich befand ich in der schwierigsten Lebensphase meines ganzen bisherigen Lebens: Die Mutter hatte ich mit 14 Jahren verloren und der Vater war durch diese Tragödie völlig erschüttert und nur mit dem Funktionieren, dem täglichen Arbeiten in seiner Firma, beschäftigt, dann bald auch kränklich, schließlich sehr schwer krank.

Jeder emotional gesunde Mensch würde nun erwarten, dass alle anderen Verwandten unterstützend zur Seite stehen. Aber dieser private Tod war nach dem millionenfachen Tod im Namen des Nazi-Diktatur  in den 60er Jahren in der deutschen Gesellschaft wieder ein totales Tabu. Die Deutschen hatten nicht gelernt über die Millionen Toten der Nazi-Diktatur zu sprechen, fast alle waren – mehr oder weniger – mit dem Verdrängen der Millionen Toten,  mit dem Verdrängen der eigenen Rolle während der Diktatur  beschäftigt.  Das sogenannte Wirtschaftswunder lenkte ab, dafür die Kraft aufzubringen erschien vielen zukunftsfördernder als zurückzublicken.

Meine Verwandten wollten wahrscheinlich nichts falsch machen, sie zogen sich zurück, waren nicht mehr präsent und machten damit alles falsch, auf jeden Fall für mich und meinen kleinen Bruder.

Ein sexuell gestörter Mensch zieht sich aber nie zurück, warum sollte er auch, er wittert seine Chance, alle anderen sind schwach oder mit sich selbst beschäftigt. Die Umstehenden sehen die Nöte des Nächsten nicht, wer kann dem übergriffigen Menschen Einhalt gebieten? Ein „Glücksfall“ für ihn, den möglichen Schänder!

Furchtbar!

In meiner Familie hat so ein Verwandter uns besucht, sich mit meinem Vater zurückgezogen, wahrscheinlich wollte er ihn moralisch aufbauen, so dachte ich zunächst. Er kam auch zu mir, welche Freude, wie schön, endlich hat auch jemand für mich ein Ohr, ein angenehmes Gespräch begann.

Aber dann wurde es merkwürdig, er erzählte von den Sexualpraktiken, die er und scheinbar auch seine Frau bevorzugen, mir wurden da Dinge erläutert, die ich nicht hören wollte, mir so etwas von fremd waren, die mir Angst machten, die mich nur noch an Flucht denken ließen, aber er saß zwischen mir und der Tür, er hörte nicht auf meine Bitten, aufzuhören, stattdessen versuchte er mir einzureden, dass ich ganz sicher genau daran auch Spaß haben würde.

Ich war 14, in der damaligen Zeit waren 14-Jährige häufig noch ahnungslos, nicht mal die Bravo durfte ich mir kaufen, keinen Dr. Sommer lesen, aber aufgeklärt durch die Eltern war ich auch nicht – alles gar nicht vergleichbar mit heute.

Irgendwann wagte ich es doch, an dem von seinen Trieben beherrschten Verwandten vorbei zu rennen und mich im Badezimmer einzuschließen. Da hockte ich und hielt die Verriegelung von innen in der Hand. Jede Minute des Festhaltens machte mir klarer, warum dieses moderne Türschloss eingebaut worden war: Es hatte mit mir zu tun, ich war selbst Schuld!

Als 3-, 4- oder 5-Jährige, ich weiß es nicht genauer, war ich schon mal eine ganze Weile im Badezimmer eingeschlossen gewesen. Für mich war es eine Ewigkeit, vielleicht war es nur eine Stunde oder weniger. Die Badezimmertür konnte ich auch mit größter Anstrengung nicht aufschließen, nichts ging mehr. Eigentlich durfte ich doch gar nicht zuschließen, Schlüssel und Schlösser waren tabu für mich.

Aber ich war allein im Badezimmer und der Schlüssel ließ sich nicht mehr drehen oder war abgebrochen oder blockierte nur, ich weiß es nicht so genau. Aber ich weiß, dass meine Eltern in die neue Wohnung ein Schloss in die Badetür einbauen ließen, welches sich im Notfall auch von außen mit einer Münze öffnen lassen würde.

Während ich die Türverriegelung von innen festhielt und hoffte, dass ich genügend Kraft aufbringen würde, sollte die Tür von außen geöffnet werden, kamen die lange zurück liegenden Erinnerungen zurück: In der Familie wurde immer wieder mal gerne die Anekdote erzählt, dass ich mich als kleines Kind, vielleicht 4 oder 5 Jahre alt, im Bad eingeschlossen hätte, dabei sei ich wohl in Panik geraten und hätte der Schlüssel abgebrochen. Am Ende blieb meinem Vater nichts übrig, und er musste in der Höhe des 2. Stockwerks ein Brett von einem Fenster eines anderen Zimmers, was im rechten Winkel lag, zu mir ins Badezimmer legen. Die nächsten 10 Jahre haben wir seine wagemutige Tat bewundert, ich auch etwas, aber auch nicht wirklich, denn da war ja noch etwas, nämlich das, warum ich die Tür unbedingt verschlossen haben wollte, warum ich den Schlüssel so lange festgehalten hatte, bis er abgebrochen ist. Aber da, auf den Knien kauernd, mehr als 10 Jahre später, den Knauf festhaltend, war die Erinnerung plötzlich wieder da:

Ich wollte damals nicht, dass dieser Verwandte wieder ins Badezimmer kommt und mich in der Badewanne wusch. Niemals mehr, nicht auf diese Art.

Also mir ist ja eigentlich nie wirklich etwas ganz Schlimmes passiert, keine Vergewaltigung, aber selbst das Wenige, was mir zugestoßen ist, hat mich für mein ganzes weiteres Leben sehr erschüttert.

Ich hatte als Kind mit 14 oder 15 Jahren von unglaublichen Sexualpraktiken gehört, ohne dies zu wollen, ganz plötzlich kamen Erinnerungen nun das Schloss krampfhaft festhaltend Erinnerungen hoch über Dinge in früher Kindheit, die ich von der gleichen Person wohl habe erleiden müssen.

Oh mein Gott.

Diesen Verwandten hätte ich natürlich freiwillig nie mehr besucht, aber da ich meinen Vater in seiner Trauer nicht belasten wollte, hatte ich ihm von den Vorgängen nichts erzählt, irgendwie fehlten mir auch die Worte, über so ein Thema mit dem älteren kränkelnden Vater zu sprechen, so dass er uns 2 Geschwister immer mal wieder gerade dorthin schickte. Es war auch schön dort, die Ehefrau des Wüstlings tat für uns Kinder alles, sie nahm mich ein wenig unter ihre Fittiche, ging mit mir zur Kosmetikerin, um die kleinen pubertären Akne-Pickel behandeln zu lassen, brachte mir das Häkeln bei, kaufte beste Wolle dafür, war einfach toll.

Aber dann wurde er doch wieder übergriffig, diesmal in seiner Wohnung, seine Frau und seine Kinder nur wenige Meter weiter in der Wohnung. Ekelhaft, aber sie werden immer wieder übergriffig, sie versuchen es immer wieder und irgendwann sehen sie ihre Chance, wieder zu überrumpeln, sie tun dir wieder Böses.

Ich konnte mich losreißen, den kleinen Bruder schnappen, die Reisetasche vollstopfen, zum Bahnhof eilen und heim fahren.

Ich habe solche Scham vor der netten Ehefrau empfunden, ich, das Opfer, habe mich ihr gegenüber geschämt, wollte nicht der Grund sein für Probleme in deren Ehe, und ich habe auch nicht gewagt, darüber im Familienkreis aufzuschreien. Ich bin geflohen, nicht der Täter.

Der hat, wie ich Jahrzehnte später von der Ehefrau erfuhr, als wir endlich über die Vorfälle offen sprechen konnten, mich als undankbares Wesen dargestellt, zu dem man jeden Kontakt abzubrechen habe. Was auch geschah. Ich wurde zu keinem Familienfest mehr eingeladen, zur Beerdigung des Vaters kamen noch einige, dann war ich ‚persona non grata’, ohne den Grund zu wissen.

Mir geht es gut! Ich scheibe diesen Bericht, um zu zeigen, selbst „kleine“ Übergriffe haben meist jahrzehntelange Auswirkungen. Sie betreffen nicht nur Täter und Opfer, sie betreffen die ganze Familie, im Grunde wirken sie in die gesamte Gesellschaft. So eine Geschichte hört ja nicht einfach auf, es kann jederzeit zu einer Neuauflage kommen, wenn nicht für einen selbst, dann vielleicht für die nächste Generation, man ist immer auf der Hut.

In Bezug auf meine eigene Tochter war es einfach, dafür zu sorgen, dass sie diesem Verwandten kaum begegnet und keine verwandtschaftlichen Gefühle entwickeln kann.  Aber dann werden in der weitläufigen Familie weitere Mädchen geboren und ich rücke  wieder enger an diesen Teil der Familie ran, schaue, wie eng der Kontakt des Wüstlings zu diesen Mädchen werden könnte. Ich kann ja nun nicht einfach über lang zurückliegende Vorkommnisse sprechen, die mir dann vielleicht keiner glaubt, ich habe ja gar keine Beweise, ich will keinen Unfrieden in diese Familie bringen, aber ich möchte auch kein weiteres kleines Mädchen einer Gefahr aussetzen. Eine Scheiß-Situation, ein Dilemma!

Sexuelle Übergriffe sind nicht auf den Zeitraum des Übergriffs beschränkt, sie wirken über Jahrzehnte weiter.

Wir müssen ein Klima schaffen, wo Opfer sich trauen, ihre Verletzung, Verunsicherung oder Verwirrung den Nächsten anzuvertrauen. Diese müssen darauf vorbereitet sein, damit sie die ersten Anzeichen der Andeutung wahrnehmen und nicht übersehen oder verniedlichen.

Wir sind das nicht nur allen Opfern schuldig, sondern im Grunde der ganzen Gesellschaft, denn direkt oder indirekt sind in irgend einer Form alle betroffen, die kleinen oder großen Kinder samt ihren Familien, ebenso die Schauspielerinnen und Schauspieler oder anderweitig Beschäftigte an ihren Arbeitsplätzen.

Den meisten Tätern geht es gar nicht um Sex, sondern um Macht, um Erniedrigung, um Zerstörung anderer Menschen, um das Ausleben von niedrigen Trieben. Aber über die möchte ich mir keine Gedanken machen, das ist nicht mein Problem.

Wir müssen alle auf uns (in dieser Hinsicht) Gesunde schauen und darauf, dass alle so weit wie möglich auch gesund bleiben bzw. es wieder werden. Ich habe gelernt, vorwärts zu schauen, so wenig wie möglich rückwärts. Nun, für diesen Artikel war es notwendig.

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Beitrag in meinen Blog setzen darf,  auch eine Freundin um Rat gefragt. Aber in diesen Tagen halte ich das für absolut notwendig, vielleicht sehe ich das demnächst anders,  sicherlich sogar, aber nach einer Weile bin ich möglicherweise froh, dass ich diesen Beitrag schon veröffentlich habe.

Dieses Thema ist unser aller Problem!!!!

  1. Nachtrag

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Nr. 49: Ich verbringe viel Zeit mit meinen Enkelkindern

1. November 2017
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Foto: Bib (2017)

Wir sind füreinander da

Manche FreundInnen und Bekannte wundern sich, warum ich mich so stark für meine Familie engagiere. Ich verstehe das, denn das Modell, das wir leben, ist heute, zumindest in den Städten, nicht mehr üblich. Sicher würden viel mehr Leute diese Form der Unterstützung innerhalb einer Familie praktizieren, aber ihre Lebens-oder Wohnverhältnisse lassen es nicht zu. Wo wohnen noch alle Generationen so eng beieinander wie wir? Wobei wir dies ja bewusst gewählt haben, erst in Süddeutschland und noch viel bewusster mit unserem gemeinsamen Umzug in den Norden, wo für uns nur Wohnungen in Frage kamen, die im gleichen Wohnprojekt oder zumindest in der gleichen Straße lagen. Weite Wege erschweren eine gegenseitige Unterstützung, viel zu viel Zeit bleibt auf der Strecke, alles muss langfristig verabredet werden, spontan geht gar nichts.

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2 kleine Erdenbürger (2017)

Ja, ich mache wirklich sehr viel für die Familie meiner Tochter und ich freue mich, dass ich es kann. Es ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten, auch für mich. Meine 2 Enkelkinder von der Geburt an so eng begleiten zu können, das Werden dieser kleinen Erdenbürger sehen zu können, ist einfach ein Geschenk. Ich gehe gerne vor- oder auch nachmittags mit dem jüngsten Kind spazieren, es schläft meist schnell im Kinderwagen ein und ich durchwandere Ottensen und entdecke immer neue Läden, kleine Boutiquen, grün bewachsene Höfe sowie viele kleine Straßencafés und stoße auf viel Kurioses.

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Steine und Glassteine     (Foto: Bib)

Ottensen erinnert mich immer wieder mal an Kreuzberg, die Mischung zwischen Wohnen und Arbeiten, das Alternative, Kreative oder Lockere liegt mir.

 

Natürlich fände ich es besser, wenn weniger Menschen in bedrückenden Situationen leben müssten, aber ich will auch nicht in einer Umgebung wohnen, die wie geleckt aussieht, wo Teile der Gesellschaft in manchen Stadtteilen kaum zu finden sind. Hier gibt es auch Suppenküchen für Bedürftige und besonders günstige Einkaufsmöglichkeiten z. B. von Haushaltsgegenstände für Menschen mit einem zu geringen Einkommen. Und eine Straßenecke weiter ist für alle mit dem entsprechenden finanziellen Hintergrund der Bioladen, die Boutique mit schöner, ungiftiger Kinderkleidung – das ist eben Ottensen, in der Schanze ist es ähnlich.

Vielleicht hätte ich mich gar nicht so schnell heimisch gefühlt in Hamburg, wenn ich nicht von Anfang an täglich spazieren gegangen wäre. Im 1. Jahr hier in der Stadt waren es öfter weniger Spaziergänge als Tageswanderungen durch Hamburg und Umgebung, das mute ich meinen Knien jetzt lieber nicht mehr zu, so genau kenne ich ihr Innenleben nicht. Also jetzt fahre ich eben einen Teil mit dem Bus und dann wird es eher ein Spaziergang. Im Umkreis von einigen Kilometern nehme ich auch viel mein Rad, aber ich radle keine langen Strecken, dafür ist mir der Autoverkehr hier zu heftig oder das feuchte Wetter bzw. das nicht weggefegte Laub auf den Radwegen erscheint mir zu gefährlich.

Wobei: Leben ist immer gefährlich, wirkliche Sicherheit gibt es nicht.

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Im Nieselregen bei der Pilzsuche im Wald in HH-Rissen im Oktober 2017 (Foto Bib)

Es gibt auch kein schlechtes Wetter – nur falsche Kleidung

Das Wetter war in Süddeutschland eindeutig besser, mehr Sonnenschein, weniger Regen. Weil der Regen aber nun mal zum Klima nahe der Nordseeküste gehört, heißt es mit dem Regen zu leben, auch dann rauszugehen. Hamburger statten sich dafür eben mit der richtigen Kleidung aus. Auch ich verfüge inzwischen über diverse Regenjacken, -hosen oder –mäntel und notfalls ziehe ich auch Regenschuhe an. Wenn ich diese anhabe, dann laufe ich auch mal gerne wie ein kleines Kind mitten durch eine Pfütze, solche Späße erlaube ich mir viel zu selten.

Apropo Wetter: Letztes Wochenende ist ein Orkan über Hamburg hinweggefegt, da haben meine Balkonpflanzen mal Asyl im Badezimmer bekommen und die Balkonstühle und der Tisch wurden freiwillig umgelegt, wäre doch schade gewesen, wenn der Orkan da was zu fassen bekommen hätte. Seit wir bei der Atlantiküberquerung auch für 2,5 Tage in einen Orkan geraten sind, weiß ich, welche Gewalten da tätig werden können.

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foto: Bib

Kinder nehmen einen so wie man ist

Den kleinen Jungs kann ich noch Kinderlieder vorsingen, sie merken nicht, dass ich oft nicht so ganz den richtigen Ton treffe. Als meine Stieftochter 3,5 Jahre alt war, habe ich das auch mit Wonne gemacht, bis sie mich eines Tages ganz freundlich fragte, ob ich jetzt mal nicht mitsingen könne, ich würde mit so einer anderen Stimme singen. Sie hatte (und hat) eine wunderschöne Stimme, konnte sich jede Melodie merken, die sie einmal gehört hatte und wusste noch nicht, dass es auch Menschen gibt, die nicht immer den richtigen Ton treffen.

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Feuerwehrmann Sam

Mit dem älteren Enkelkind bin ich nachmittags bei gutem Wetter gerne auf dem Spielplatz, noch kann ich mithalten beim Fußballspielen, ich renne noch schneller als es mit dem Laufrad vorwärts kommt. Ist ja schon wichtig, dass ich im Notfall noch vor dem Jungen an der Kreuzung bin, denn Dreijährige verstehen schon eine Menge, aber vernünftiges, einsichtiges Verhalten kann man in dem Alter nicht durchgängig erwarten. Außerdem lebt er oft in seinen Rollenspielen, ich bin mir manchmal nicht ganz sicher, ob er wirklich weiß, dass er gerade nur den Feuerwehrmann Sam spielt oder ob er total in der Rolle aufgeht.

Wenn er darauf besteht, dass ich Elvis, nicht den Musiker, sondern den 2. Feuerwehrmann mit der Elvis-Tolle, spiele, dann schlüpfe ich auch wieder in dieses Spielen ohne Absicht, Zweck, Ziel – einfach nur ein Spielen aus Spaß am Spiel. Es braucht auch gar keine besonders durchdachte Handlung, manchmal besteht der Reiz für den Dreijährigen gerade darin, dass eine Szene wieder und wieder gespielt wird. Oh, wie oft habe ich als Elvis schon den Jungen Norman, eine Katze oder einen Hund im Auftrag von Sam vom Baum holen müssen, dieses Spiel mithilfe der Haushaltsleiter könnte mein Enkelkind stundenlang spielen. Also nicht jammern über die von Medien beherrschte Kindheit, einfach Raum zum Spielen lassen und wenn gewünscht, sich dann auch auf das Mitspielen richtig einlassen. Versucht es, es macht Spaß.

  1. Nachtrag

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Nr. 48: Die Inseln der Karibik sind wunderschön – jetzt brauchen die Menschen dort unsere Hilfe

31. Oktober 2017
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Insel Guadeloupe (Foto Bib)

Die Karibik

2015 bin ich auf die Karibikinseln Guadeloupe und Antigua geflogen, weil von der letzteren unsere Atlantiküberquerung mit dem Segelboot Peter von Seestermühe starten sollte. Diese Inseln waren der reinste Traum: Sauberstes Wasser, wunderschöne Strände, Muscheln und Pflanzen, wie ich sie noch nie gesehen hatte und dabei kaum andere Touristen, denn die Saison neigte sich dem Ende zu. Eine Woche konnte ich diese Inseln genießen und immer wieder drängte sich mir der Gedanke auf: So muss es im Paradies aussehen.

Näheres zur Atlantiküberquerung findet ihr auf meinem 30. Blog : Von der Karibik nach Hamburg

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Wanderungen über die Insel Guadeloupe         (Foto Bib)

Die Inseln der Kleinen Antillen

Diesen Oktober wurden aber diese Inseln der Kleinen Antillen in der Karibik von dem furchtbaren  Hurrikan Maria heimgesucht, besonders stark die kleinste und ärmste von allen: Dominica ( nicht zu verwechseln mit der Dominikanischen Republik).

Kein Dorf, keine Straße, keine Familie blieb verschont von dieser Naturgewalt. Wer mehr wissen möchte, braucht bloß die Begriffe Dominica, Hurrikan und Maria im Internet eingeben, dann zeigen eine Reihe von Bildern eindringlich die Verwüstungen auf der Insel.

 

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Foto Bib

Wer oft in der Karibik gesegelt ist, weiß, wem er  vertrauen kann

Mitte Oktober ist es dem Skipper Christoph von Reibnitz, mit dem ich 2015 über den Atlantik segeln durfte, gelungen, Kontakt zu langjährigen Freunden aufzunehmen, denn er war schon so oft mit seinem Segelboot in der Karibik, dass er zuverlässige Freunde auf Dominica hat. Seacat heißt einer von ihnen, er wird die Lieferung der Hilfsgüter, organisiert von den Crews der PETER von SEESTERMÜHE und der DORIC in Empfang nehmen und eine sinnvolle Verteilung organisieren.

Die Firma KTS-TRANSPORT SERVICE hat einen Container zur Verfügung gestellt und auch auch die Abwicklung der Formalitäten übernommen.

In den letzten Oktobertagen hat die Firma HOLZ JUNGE diesen Container auf ihrem Gelänge aufgestellt und am 1.11. wird er mit allen gespendeten Materialien beladen, denn der Container soll so schnell wie möglich auf die Reise gehen, die Sachen werden dort dringend gebraucht.

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Kinderkleidung von den Apoidea-Eltern  (Foto Bib)

Dazu gehören z. B. Baumaterialen für den Hausbau, Verbandsmaterial, Kleider– und andere Sachspenden und viele Carepakete, die von vielen Segel-Freunden und deren Bekannten gepackt wurden.

 

 

Die Eltern der Apoidea-Kita in Hamburg Bahrenfeld sowie Nachbarn oder auch Gäste des Elternclubs Nalandia haben reichhaltig Baby- und Kinderkleidung, Kinderschuhe und Spielzeug gespendet und ich habe heute ein Auto damit bis zur Decke vollgeladen und auf den Weg zum Container gebracht.

 

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Diese Kinderkleidung könnte einigen Familien helfen (Foto Bib)

Ich freue mich, dass Christoph diese Aktion ins Leben gerufen hat, denn ich kann ja nicht nur im Urlaub begeistert sein über die Schönheit dieser Inseln der KLEINEN ANTILLEN, ich möchte auch gerne einen kleinen Beitrag der Hilfe leisten, wenn es den Menschen dort schlecht geht.

In meinem Umkreis war die Resonanz auf den Hilferuf großartig. Die Kita-Eltern waren sofort bereit, ihre Bestände durchzuschauen, zu überlegen, wovon sie sich trennen können, weil es jetzt am anderen Ende der Welt gebraucht wird. Es ist leichter, etwas zu geben, wenn man weiß, da sind vertrauensvolle Leute am anderen Ende der Welt und die Sachen oder die Geldspenden kommen da auch an.

 

Der Container geht gerade auf den Seeweg, er soll nach Möglichkeit noch Ende November in Dominica ankommen, aber Geldspenden können wir noch hinterherschicken

Sollte übrigens noch jemand Geld spenden wollen, so wäre das wunderbar, denn dann könnten vor Ort weitere Materialien gekauft werden, die zum Bau kleiner Unterkünfte gebraucht werden. Ich, Bib, verbürge mich dafür, dass die Spenden auch ankommen. Ich habe vollstes Vertrauen in Christoph.

Christophs Kontodaten für die Hurrikan-Hilfe:

Christoph von Reibnitz
IBAN: 68 2006 9144 0000 4295 03
BIC: GENODEF 1SST
Raiffeisenbank Seestermühe
KENNWORT: Hurrikanhilfe

 

  1. Nachtrag

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Nr. 47: „Fettes Brot“ als Wahlhelfer in Altona

26. September 2017

Hey, von mir schreibt keiner – ich war auch Wahlhelferin in Altona

Warum habe ich mich nicht schon bei früheren Wahlen als Wahlhelferin gemeldet? Echt schade!

Jetzt denke ich, na hoffentlich bin ich in 4 Jahren noch fit genug, um mich wieder für dieses Amt zur Verfügung zu stellen. Es war echt eine tolle Erfahrung!

Als Frühaufsteherin fiel es mir nicht schwer, schon früh aufzustehen und gut gefrühstückt und mit gepackter Tasche auf einen sehr wahrscheinlichen Anruf zu warten. Da Altona sehr groß ist, musste ich davon ausgehen, dass einer der Wahllokalleiter oder der Stellvertreter erkranken wird und ich spontan einspringen muss. Um 7.15 kam der Anruf, glücklicherweise war mein Einsatzort die Schule, in der auch mein eigenes Wahllokal lag, also gleich um die Ecke. Allerdings hätte es ja auch der westlichste Teil von Altona, Rissen, sein können, also hatte ich vorsorglich per Brief gewählt, denn als Leiterin kann ich wahrscheinlich nie länger weg.

Auch ohne „Fettes Brot“ war es lustig

Auch wenn Doktor Renz, Björn Beton und König Boris von „Fettes Brot“ nicht zu meinen Wahlhelfern gehörten, auch die Leute in meiner Truppe waren einfach toll. Vier waren zwischen 25 und 30, drei ca. 10 Jahre darüber und nur meine Stellvertreterin und ich im etwas gehobenen Alter (gute Formulierung, nicht wahr?).
Schön fand ich es, dass ein Ehepaar mit türkischem Nachnamen zu den Wahlhelfern gehörten, wobei ich zuerst vermutete, er sei gebürtiger Deutscher und habe den türkischen Nachnamen seiner Frau angenommen. Ich hatte mich geirrt, auch er hat  türkische Eltern.

Manchmal hat es Nachteile, sich fraulich zu kleiden

Morgens war es verflucht kalt in der Eingangshalle der Schule, so dass ich bald die Idee verfluchte, ein Wollkleid angezogen zu haben und die Kälte jede Stunde ein wenig höher den Rocksaum hoch kroch. Mittags fuhr dann eine Wahlhelferin mit dem Rad nach Hause und holte ein Stuhlkissen für jeden und es wurde besser.
Die türkischstämmige Wahlhelferin versprach nach dem Ende ihrer Vormittagsschicht eine feurige Linsensuppe zu kochen und abends zur gemeinsamen Auszählung wieder mitzubringen. Welch schöne und warme Aussicht!

Wie verhindert man in Deutschland Wahlbetrug?
Ganz einfach:
Jeder muss die passenden Unterlagen dabei haben!

Immer wieder wollte jemand wählen, hatte aber keine Wahlbenachrichtigung dabei. Meistens konnten wir in unseren Wahllisten nachsehen, ob sie wahlberechtigt sind und ihnen dann den Wahlzettel aushändigen. Wenn sie sich aber schon die Briefwahlunterlagen hatten zuschicken lassen, dann gab es ein Problem, sofern sie diese nicht dabei hatten. Die Briewahlunterlagen mussten (bis auf ein für uns als Nachweis zu unterschreibenes Blatt) in unserem Beisein zerrissen werden, dann konnten wir ihnen die Unterlagen zur Wahl aushändigen. Waren die Briefwahlunterlagen aber „verlegt“ oder aber von der Post nicht rechtzeitig zugestellt worden, dann durfte der/diejenige nicht wählen. Die meisten sahen dieses Prozedere zur Vermeidung von mehrfachem Wählen ein. Fast alle kamen später wieder und erzählten, sie hätten die Briefwahlunterlagen nun doch noch gefunden oder die Nachbarin hätte sie an sich genommen. Ihnen war wichtig zu wählen und sie nahmen den doppelten Weg zum Wahllokal auf sich.

Das Recht auf die allgemeine Wahl

Eine Frau regte sich allerdings furchtbar auf, dass ihr nun ihr demokratisches Recht auf die Teilnahme an der Wahl verwehrt würde. Bei Unstimmigkeiten konnte ich immer eine/n Mitarbeiter/in des Landeswahlleiters anrufen und mich vergewissern, ob es noch andere Möglichkeiten gibt. Geduldig hörten sie sich unsere Problemfälle an und manche konnten wir dank ihrer fachkundigen Unterstützung gut klären. Nach einer Weile ließ ich mir immer sagen, zu welchem Datum die Briefwahlunterlagen auf den Postweg gebracht wurden, manchmal hatte ich dann einen leichten Zweifel, ob diese Unterlagen nicht schon längst zugestellt worden waren und z. B. vielleicht in Reklamewurfsendungen untergegangen waren. Also, in einer Woche sollte es ja wirklich jeder Post-Zusteller in Hamburg geschafft haben, oder habt ihr andere Erfahrungen?

Die Briefwahl können wir begraben, falls die Post das Austragen der Briefe auf einen 2-Tage-Rhythmus umstellt

Falls die Post bis zur nächsten Wahl nur noch alle 2 Tage Post austragen sollte, ist ja alles vorstellbar bei der Post, sollte vorher überall publik gemacht werden, dass jeder, der seine Briefwahlunterlagen nicht rechtzeitig bekommen hat, sich bis zum Vortag telefonisch bei der Wahlleiterstelle melden muss. Dann wird es beim Wahlleiter vermerkt und derjenige darf dann selbstverständlich seine 2 Kreuze machen.

Junge Leute

Die jungen Wahlhelfer, die mittags zur Ablösung einiger anderer Helfer kamen, perfektionierten sofort unseren Ablauf. Sie haben einfach mal kurz bei eingespielten Teams geschaut und etwas sinnvollere Abläufe gesehen. Damit kam nicht nur neuer Humor, sondern auch frischer neuer Schwung rein, ebenso ein anderer Style: Eine der jungen Damen hatte wunderschön gestylte Fingernägel, absolute Hingucker, bis zum Ende der Auszählung blieben alle perfekt.

Manche Straßenzeilen schwächen etwas bezüglich Wahlbeteiligung

Irgendwann am Nachmittag fiel uns auf, dass die Wahlbeteiligung in einigen Straßenzügen hervorragend war, in anderen nicht. Da wir ja alle Wähler , nachdem sie gewählt hatten, zur Kontrolle der abgegebenen Wahlzettel in unseren Wahllisten abhaken mussten, und alle, die eine Briefwahl beantragt hatten, schon in diesen Listen vermerkt waren, fielen uns am Nachmittag leere Spalten, also weder bei uns gewählt noch Briefwahl beantragt, ins Auge. Wir alberten rum, dass wir in diesen Häusern vor der nächsten Wahl mal Wahlwerbung machen könnten: Mal an den Wohnungstüren klingeln und fragen, ob sie zur Wahl gehen werden, ob ihnen klar ist, wie wichtig es sei, wählen zu gehen.
Ein bisschen Spaß muss sein und wenn man da schon wie ich seit 7.30  bis um 18 Uhr sitzt, dann tut ein bisschen Herumalbern einfach gut.

Am Wahlsonntag trifft man die Nachbarn

Im Gegensatz zu vielen Wahlhelfern saß ich im gleichen Gebäude, in dem sich auch mein Wahlbüro befand. Deshalb sah ich sah viele meiner Nachbarn oder „Spielplatzfreunde“ zur Wahl kommen (ich bin mit meinem Enkelkind so oft wie möglich auf dem naheliegenden Spielplatz und spiele dann auch meist gerne mit).
So konnte ich im Laufe der 10 Stunden im Wahllokal mit dem einen oder anderen Nachbarn einen Plausch halten, die Zeit war kurzweilig, ich war in meinem Stadtteil daheim. Ich lebe gern in Altona/Hamburg.

Die Stimmzettel werden ausgezählt

Dann nach kam um 18 Uhr die stundenlange Auszählung, über die ich hier nicht ausführlich berichten will, jeder kann sich das Zählen vorstellen oder bei der nächsten Wahl selber bei der Auszählung zuschauen.
Eine Familie hatte sich schon Stunden davor angekündigt, sie wollten die Auszählung der Wahlzettel beobachten, ihr demokratisch verbrieftes Recht. Interessant war, dass es ein Vater mit vielleicht türkischen oder irakischen Wurzeln war, der diese Beobachtung seinem vielleicht 12-jährigem Sohn und seiner Frau ermöglichen wollte.
Kurz nach 18 Uhr kam noch ein weiterer Wahlbeobachter dazu, er schaute genau, wie wir die Stapel auszählten und was wir dann mit ihnen machten. Es sollte viel mehr Wahlbeobachter geben, eine total wichtige Aufgabe, die Wahlprognosen im Fernsehen kann man sich später auch noch anschauen.

Türkische Linsensuppe

Nach der Auszählung hatte ich nur noch die Wahlunterlagen ins Atonaler Rathaus zu bringen. Aber wirklich erwähnenswert ist die feurige heiße Linsensuppe:
Filiz hatte sie samt Schüsseln, Löffel und Weißbrot um 18 Uhr auf den Tisch gestellt und während ein Teil mit der Auszählung begann, konnte sich der andere stärken. Da ich in den letzten Monaten nur Suppen für Schwangere oder Stillende gekocht und gegessen hatte, also stets äußerst schwach gewürzt oder eher gar nicht, diese Linsensuppe war ein Genuss, eine Offenbarung, kurz total scharf, Feuer im Hals, aber dann völlig ok. Wunderbar!! (Ist das für irgendjemand von Bedeutung, dass Filiz ein Kopftuch trägt? – Nein, sicher nicht.)

Filiz, die Suppe war wunderbar, ich hole mir bald mal bei dir das Rezept, Handynummern haben wir ja ausgetauscht.

Ein Gespräch mit einem AfD’ler

1. Nachtrag: Auf dem Rückweg vom Rathaus traf ich zufällig auf einen „Ironman“, eigentlich für mich ein großes Vorbild, so eine Ausdauer könnte ich beim besten Willen körperlich nicht aufbringen und wollte mich auch persönlich nicht dazu drängen. Ich ziehe meinen Hut vor allen, die sich das zumuten!

Mein sportlicher ‚AfD’-Gesprächspartner ist vor 12 Jahren der Liebe wegen zu einer Frau von Hessen zu ihr nach Leipzig gezogen, ein wenig vergleichbar mit mir, allerdings ich von West-Berlin in den 80er Jahren nach Baden-Württemberg, und dadurch kein Wechsel im politischen oder kulturellen System. Für mich ist das ein Widerspruch, im internationalen Sport unglaublich viel Ausdauer zeigen aber politisch rechts-populistisch ohne deren Ergebnis zu bedenken, einfach nur enttäuscht von der Politik.

Wir löffeln jetzt u.A. auch die Suppe aus, die Kohl mit seinem unbedachten oder dummen Spruch von den  „blühenden Landschaften“ gebraut hat. Dieser Ironman erwartet, dass der Staat neue Industrieansiedlungen in Sachsen entstehen lässt und gleichzeitig beißt er mit seinen Gesinnungsfreunden z. B. alle weg, die eine internationale Niederlassung in Erwägung ziehen. Investitionen haben wollen, aber gleichzeitig die Sau rauslassen gegen jeden nicht blonden Erdenbürger.

Kinderläden in den 70er und 80er Jahren

Vielleicht sollte man heute wieder mehr Eigeninitiative entwickeln. Ich bin wie viele andere groß geworden mit der Vorstellung, dass man initiativ sein muss, wenn man etwas möchte, dass einem einfach nicht alles in den Schoß fällt. In den 70er Jahren haben wir z. B. selber Kitas gegründet, genannt Kinderläden, wenn uns die vorhandene Kinderbetreuung nicht reichte oder nicht gefiel. Das war nicht umsonst, jede Woche gab es eine abendliche Elternsitzung im Kinderladen, 1 x pro Woche musste ein Elternpaar den Kinderladen putzen und täglich musste ein Elternteil Dienst zusammen mit der Erzieherin machen. Je nach dem Verdienst der Eltern hatte man einen nicht unbeträchtlichen monatlichen Beitrag zu zahlen.

Bisher hatte ich Gespräche mit AfD’lern vermieden, aber inzwischen denke ich, das war falsch, wir müssen alle diese Gespräche mit möglichen oder vermeintlichen AfD’lern  suchen und ganz konkret über das reden, was ich bzw. was er erlebt hat.
Ist doch irre, in den Bundesländern mit dem geringsten Migrantenanteil ist die Aversion gegen eben diese am höchsten, das kann doch nicht wahr sein, da müssen wir etwas entgegen setzen.
Ich will gar nicht wissen, wer welchen Hintergrund hat, ich will wissen, ob diese Person  ok ist, sich solidarisch verhält.

  1. Nachtrag

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Nr. 46: In Holland ist manches anders

16. August 2017
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So sieht ein neues „fiets“ aus, die meisten fahren alte „Hollandräder“. (Foto Bib)

Den Haag – Ein Eldorado für Radfahrer + Fußgänger

Da ich, wie ihr wisst, vor 6 Jahren mein Auto abgeschafft habe und in Hamburg per Rad, zu Fuß oder mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs bin, fällt mir als erstes das völlig andere Miteinander der Beteiligten mit Auto, Rad oder zu Fuß in Den Haag auf. Hier sind viele Straßen für das Auto auf 1 Spur zurückgebaut worden, dafür ist auf fast jeder Straße zwischen der Autospur und dem Parkstreifen ein breiter Fahrstreifen für die Radfahrer vorgesehen und mit einem auffälligen rötlichen Belag versehen. Aber noch mehr bin ich überrascht von den stets rücksichtsvollen Autofahrern und von all den entspannten Radfahrern, die eher gemütlich unterwegs sind und nicht an mir vorbei rasen. Träume oder übertreibe ich? Nein, das ist meine tägliche Beobachtung im August, aber vielleicht sind gerade alle Drängler im Urlaub.

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Gemütliches Radeln aus breiten Wegen

Viele sind mit einem gemächlichen und oft sehr alten Hollandrad, auf denen man sehr aufrecht fährt, unterwegs, wobei diese Räder in den Niederlanden „fiets“ heißen, die Niederländer wundern sich, dass die Räder dieser Art bei uns Hollandräder heißen sollen. Hier transportieren nicht nur die jungen Eltern ihre Kleinkinder im Kindersitz hinten oder vorne in Lenkradnähe, auch viele aus der Großelterngeneration kutschieren ein kleines Enkelkind per Rad. Wie in Hamburg sind auch hier die Lastenräder verbreitet, da ist vorne Platz für 2 Kinder oder für einen großen Wochenendeinkauf. Dagegen sind hier noch seltener als in HH Fahrradhelme zu sehen, bei den Erwachsenen sowieso nicht, bei Kleinkindern höchst selten. Die Kindersitze haben manchmal, wie auf dem Foto oben, einen festen Schutz für den ganzen Rücken des Kindes, aber es gibt ebenso viele einfachste Kindersitze, die bei uns schon längst von der Bildfläche verschwunden sind.

Ich kann inzwischen nicht mehr ohne Helm

Aber ich bin vielleicht auch etwas extrem, ich habe Helme für das Radfahren, das Skifahren und auch zum Inlinern, letzteren sollte ich mal bei Ebay anbieten, mit meinen Aneurysmen sollte ich eh nicht mehr auf die rollenden Teile, so sicher bin ich auf diesen Teilen nicht. Einen kapitalen Sturz auf den Kopf habe ich ja einmal hingelegt, beim Karven (mit den Skiern), das alles bei relativ hoher Geschwindigkeit auf einer Schussstrecke, plötzlich verkantet und dann war der Hals mächtig gestaucht, der Helm nicht mehr brauchbar, aber mein Kopf nach anfänglichen Kopfschmerzen heil. Möglicherweise halte ich auch so viel vom Schutz des Kopfes, weil ich als Jugendliche einen gelähmten Vater 2 Jahre gepflegt habe, eine Weile lag er auch in einem Gemeinschaftszimmer mit jungen querschnittgelähmten Männern, die beim Rad- oder Motorradfahren oder auf der Baustelle durch das Tragen eines Helms weniger stark verletzt worden wären. Wenigstens den Kopf kann man schützen, da sind die Schäden auch meist gravierender als an Armen und Beinen.

Kinder übernehmen die Ansichten der Eltern

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Jeder macht, was er will – aber rücksichtsvoll (Foto: Bib)

Vielleicht braucht man bei diesem entspannten und umsichtigen Fahren in Holland wirklich keinen Helm, im hektischen Deutschland schon. In Hamburg setzen die meisten Erwachsenen keinen Fahrradhelm auf, das hat Auswirkungen: Fragt mich doch letzte Woche ein Knirps: „Warum hast du denn einen Helm auf, du bist doch schon groß?“
Ich war sprachlos, erst als er schon um die Ecke war, fielen mir die richtigen Worte ein: „Ich möchte kein Aua am Kopf!“ (Das passiert mir öfter, ich bin in der Situation so perplex, dass ich ne Weile brauche, bis ich den passenden Spruch auf den Lippen habe.)
Mein Kopf gehört mir!“, höre ich manchen Erwachsenen ausrufen und gleichzeitig gibt er sein halbes Inneres den digitalen Medien preis, schon allein die Kundenkarten für ein paar Geschäfte machen einen gläsernen Kunden aus ihm.

Hier in Den Haag haben selbst die meisten Rollerfahrer keinen Helm auf, scheint erlaubt zu sein oder man kümmert sich hier einfach nicht um solche Dinge, lässt die Leute es so machen, wie sie es sich gerade zutrauen, lässt sie gewähren.
Da lässt jemand seine Freundin hinten auf dem Gepäckträger sitzen, will sie zum Bahnhof bringen, sie zieht auch noch einen Rollkoffer hinter dem Fahrrad her, keiner sagt etwas, aber sie selbst fahren auch sehr rücksichtsvoll, stören ja eigentlich niemanden. Das wird hier akzeptiert, sie passen sich ja an die allgemeine Rücksichtnahme an, auch wenn das gegen manche verkehrspolitische Vorschrift verstoßen mag.

Kostenlose Aufbewahrung von Rädern in der City! Nachahmenswert!

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Aufbewahrung für Räder und Roller

Geklaut werden Fahrräder hier wohl auch, aber in Den Haag (im Gegensatz zu manchen kleineren Nachbarstädten) wohl nicht kommerziell, denn die meisten Räder sind hier nicht an einer Metallstange angeschlossen, nur um den Vorder- oder Hinterreifen wird die Kette gelegt. Es gäbe aber auch gar nicht genügend Brückengeländer oder Metallbügel, um alle Räder daran zu befestigen.

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Für fiets kostenlos

Für die ersten 5-10 km nimmt hier wohl jeder das Rad. Bei Regen wird dann schon mal der Regenschirm mit einer Hand gehalten, ein Hollandrad lässt sich auch noch mit einer Hand steuern.  Die Parkmöglichkeiten sind in der Innenstadt von Den Haag bewusst drastisch reduziert worden und wer noch einen Parkplatz mit Parkuhr findet, muss so viel löhnen wie an de Binnenalster in Hamburg. Dafür gibt es in Den Haag einen wirklich vorbildlichen öffentlichen Nahverkehr mit vielen Straßenbahnen und Bussen. Den Touristen werden mehrtätige Tageskarten zu günstigen Tarifen angeboten und die Einheimischen haben eigentlich alle eine Chipkarte, die sie beim Ein- und Aussteigen kurz an einen Zähler halten und ihre genauen Fahrten werden Ihnen dann entsprechend zum Monatsende in Rechnung gestellt. Nachahmenswert finde ich die kostenlose und bewachte Aufbewahrungsfläche für Räder in der City, da ist ein ständiges Bringen und Holen zu beobachten. In der Innenstadt fährt dann auch noch ein Fahrrad-Einsammlungs-Auto samt Anhänger für Räder durch die Einkaufsmeile, da kann man kostenlos sein Fahrrad abgeben und erfährt dann, wo man es wieder abholen kann. Alle diese einzelnen Teile haben sich in den letzten 20 Jahren zu einem ineinander greifendes System entwickelt, das geht nicht von heute auf morgen,  einzelne Teile funktionieren auch nicht ohne die anderen.
Ich wollte von einem Fahrradplatz-Wächter wissen, wie es kommt, dass in Den Haag alle so rücksichtsvoll fahren. „Ja, das hat gedauert, aber wer als Kind jahrelang im Kindersitz immer diese Art der Rücksichtnahme erlebt hat, dann als Grundschulkind auch sehr auf diese Nachsicht angewiesen war, der kommt als Jugendlicher gar nicht auf die Idee, nun mal ganz anders zu fahren als alle. Und jeder Erwachsene hat immer wieder die Vorzüge der rücksichtsvollen Fahrweise für alle  Verkehrsteilnehmer erlebt und davon profitiert.“  

Sonnenschutz? Fehlanzeige!

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Strand von Scheveningen

Ein Ozonloch scheint es über den Niederlanden nicht zu geben, hier haben die meisten kleinen Kinder am Strand keine Sonnenhüte auf, einen Nackenschutz haben solche Käppis eh nicht und die Notwendigkeit einer Abdeckung der kindlichen Schultern scheint eine Erfindung der deutschen Textilindustrie zu sein. Ich fühle mich hier an den breiten Sandstränden sehr wohl, es ist nicht voll, morgens vor 10 Uhr eher leer. Man kann sich ein bequemes Plätzchen auf einem Strandsofa mieten oder sich einfach so in den Sand legen, wie es eben der Geldbeutel erlaubt.

Auf Sichtschutz wird verzichtet

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Surfen am Strand von Scheveningen  (Foto: Bib)

Wie in Hamburg verzichten viele Leute auf Gardinen, man kann in ihre Wohnung schauen, macht aber keiner. Ist das ein Zeichen ihrer Offenheit und Toleranz? Wollen sie einfach lichtdurchflutete Räume? Oder hat das mit einer calvinistischen religiösen Prägung zu tun, man will zeigen, man hätte nichts zu verbergen? Als ich in den ersten Tagen auf der Suche nach dem nächsten Bäckerladen war und deshalb in manches Erdgeschossfenster reingeschaut habe, dann kam ich mir schon ertappt vor, wenn ich den Leuten in ihr Wohnzimmer blickte. Aber inzwischen weiß ich, wo ich meine Läden finde und vermeide neugierige Blicke. In Winchester war es ähnlich, auch da waren tagsüber viele Fenster ohne Sichtschutz, doch da hatten die meisten alten Häuser sehr kleine Fenster, der Denkmalschutz verhinderte auch Veränderungen an den alten Häusern. Dort wollte man einfach etwas Licht ins Haus lassen.

Nachtrag

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45: Die Elbphilharmonie bringt mich auf die Frage nach dem Sinn

16. Juli 2017

Wann ist der Mensch ein Mensch?
Was gibt meinem Leben Sinn?
Wann fühle ich mich geliebt?
Wann bin ich gerne Teil dieser Welt?

Viele Fragen, viele verschiedene Antworten, schließlich ist jeder Mensch eine ganz eigene Persönlichkeit, ist anders geprägt worden, hat andere Erfahrungen in seinem Leben gemacht. All dies führt dann auch zu unterschiedlichen Ansichten, Einschätzungen und Handlungen.

Für mich mit meiner nicht ganz einfachen Familiengeschichte ist es z. B. wichtig, Rückhalt in meiner jetzigen Familie zu haben, mich dort verstanden zu fühlen, mich auch mal fallen lassen zu können. Mit einigen weiter entfernten Verwandten bin ich auch per WhatsApp in Verbindung. Mögen noch so viele über all die neuen digitalen Medien wie z. B. Facebook, WhatsApp, Instagram, Blog oder Twitter schimpfen, richtig genutzt können sie sehr hilfreich sein.

Freunde und Freundinnen

FreundInnen sind mir wichtig, es müssen nicht viele sein, aber einige, diese Freundschaften gilt es zu pflegen, müsste ich mehr machen, nun, auch diesen Blog schreibe ich ja, um so FreundInnen die Möglichkeit zu geben, auch nach meinem Ortwechsel nach Hamburg etwas an meinem Leben und meinen Gedanken teilzunehmen. Manche haben bei meinem Blog das kleine Feld „folgen“ angetippt, sie kriegen dann immer automatisch einen neuen Beitrag von mir als E-Mail zugesandt.

Das Leben ist schön

Eine positive Lebenseinstellung ist mir wichtig. Das ist gar nicht so leicht, wenn sich drei deiner engsten Familienangehörigen selbst aus dem Leben herauskatapultiert haben, andererseits ist dies bei meinen Erfahrungen auch die einzige sinnvolle Möglichkeit. Natürlich mache ich auch immer wieder mal sehr schlechte Erfahrungen mit Menschen, werde von ihnen gelinkt oder über den Tisch gezogen. Dann arbeite ich daran, dass sie nicht auch noch meine Gedanken in Beschlag nehmen oder meine Träume beherrschen. Darauf habe ich Einfluss, das bin ja ich, die an sie denkt oder über sie träumt. Natürlich kann ich meine Träume nicht abstellen, aber ich kann mich zwingen, dass meine Gedanken tagsüber nicht zu ihnen wandern, vielleicht gar in einer Endlosschleife. Ich verbiete mir dann, dass ich, nachdem sie mir nun schon dies oder das angetan haben, auch noch einen Gedanken an sie verschwende. Ich erlaube meinen Gedanken nicht, nun noch um sie zu kreisen. Und ich kann euch sagen, es gelingt, nicht immer sofort, aber allmählich. Ich zwinge mich, an etwas Schönes zu denken und sage mir innerlich: Meine Gedanken kriegt ihr nicht, diese Aufmerksamkeit räume ich euch nicht auch noch ein! Und dann hören die Träume darüber auch auf.

Meine Wehwehchen sollen keine Macht über mich haben

Jetzt machen mir ja eher finstere Diagnosen über meinen Gesundheitszustand zu schaffen. Aber auch da versuche ich den gleichen Weg: Ich erlaube weder den Aneurysmen noch der kaputten Netzhaut, meine Lebensfreude heute zu stören oder meine Neugier auf das Leben zu beeinträchtigen. Kurzfristig habe ich natürlich auch mal einen Durchhänger, aber nie von Dauer, dann krabbelt das Positive wieder an die Oberfläche.

Eine Liebeserklärung an Hamburg

Vielleicht liegt das auch an den Menschen hier in Hamburg, sagst du hier jemandem etwas Positives, machst du ein Kompliment, schenkst du jemanden beim Spaziergang ein Lächeln, es kommt fast immer etwas Schönes zurück. Ich empfinde die Menschen hier häufig als sehr wohlwollend bis offen, dabei auch durchgängig tolerant, jeder kann nach seiner Fasson selig werden, da ähneln sich Hamburg und meine Geburtsstadt Berlin sehr. Die „Rote Flora“ in der Schanze wird von vielen Anwohnern akzeptiert, die überhaupt nicht deren Ansichten teilen, aber hier akzeptiert man eben auch Andersdenkende oder zumindest arrangiert man sich.
Die haben auch eine Existenzberechtigung, im Park hinter der „Roten Flora“ kann man auch skaten oder auf der Wiese relaxen ohne konsumieren zu müssen. Natürlich will niemand, dass Autos in Brand gesteckt werden, Fensterscheiben zu Bruch gehen oder gar Einkaufsläden ausgeraubt und zerstört werden, man selbst zahlt ja auch an der Kasse für seine Einkäufe. Aber solange es keinen Beweis gibt, dass dies von der „Roten Flora“ ausging, bleibt man hier bei der Unschuldsvermutung bis das Gegenteil bewiesen ist. Am Sonntag war schön zu erleben, wie viel nicht nur vom „Orangen Block“, so wird hier die Müllabfuhr bezeichnet, sondern auch von Hamburger Bürgern in der Schanze gesäubert wurde, wie wieder von ihnen dieser Stadtteil in Besitz genommen, urbar gemacht wurde, ohne zu jammern oder nach dem Staat zu rufen.

Vielleicht lebe ich wegen all diesen Eindrücken so gerne in Hamburg.

Nachtrag

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44. „Auf dem rechten Auge blind“

20. Juni 2017
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Wohin führt mein Weg, aufwärts oder abwärts?                                            (Elphi 2017 von innen – Foto: Bib)

Das ist aber ein saublöder Spruch – na, Hauptsache, er wird nie wahr!!!!

Eine Gehirnhautreizung in Kindertagen und in einem viel späteren Lebensabschnitt eine Wespenallergie sind durchgestanden und von mir so gut wie vergessen, es sei denn, etwas oder jemand erinnert mich mal daran.

Aber ein längeres Leben bringt immer neue Überraschungen

Wegen Gewichtsverlust bis unter die 50-kg-Marke vor 13 Jahren bin ich zum Arzt, wollte Aufbaumedikamente, musste aber als zufälliges – und mit dem Problem gar nicht in Zusammenhang stehendes – Problem zur Kenntnis nehmen, dass ich eine Borreliose haben sollte, also irgendwann mal von einer infizierten Zecke gebissen und angesteckt worden sein soll. Schon blöd, nun hatte ich also öfter Ehemann, Kinder und auch mal einen Hund auf Zecken abgesucht, ist ja schon naheliegend nach naturnahen Freizeitaktivitäten im zeckenversuchten Süddeutschland, bin auch mehrmals fündig geworden und habe so ein Bist gekonnt mit Pinzette, Olivenöl und einem bestimmten Dreh entfernt. Ich bin aber nie auf die Idee gekommen, dass ich mich auch nach Freizeitaktivitäten an den mir unzugänglichen Stellen auf Zecken untersuchen lassen sollte. Aber meine Borreliose schlummert, verlangt nur eine gewisse Aufmerksamkeit, zeigt aber bisher keine Nebenwirkungen, ich soll sie nur nie aus den Augen verlieren, das wäre schon fatal. So soll ich sie auf jeden Fall bei allen Erstterminen den Ärzten sagen, da Borreliose sich in vielen Fassetten zeigen und leicht zu Fehldiagnosen führen kann, falls sie denn mal ausbrechen sollte, ich hoffe natürlich nie. In Stuttgart war das Thema bald unwichtig, aber in Hamburg, wohin ich nun umgezogen bin, gab es lauter Ersttermine bei Ärzten, ich musste mich also immer wieder erklären.

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Wie wird meine Sicht werden?                               (Elphi 2017 – Foto: Bib)

Wegen eines harmlos aussehenden geschwollenen Knies, das nach einer einfachen Wanderung in den sogenannten Harburger Bergen immer mehr anschwoll, bin ich in Hamburg zu einem Orthopäden, nicht sofort, erst mal 4 Wochen Quarkwickel.
Wickel (bei Halsschmerzen auch gefüllt mit gekochten und zerdrückten Kartoffeln)
hatten mir schon öfter geholfen, aber danach dann der Gang zum Facharzt, um dann zu hören: Aneurysma in jedem Knie, 7 cm lang und fast 3 cm breit. Ich erzählte auch von der Borreliose, erntete aber einen irritierenden Blick, warum ich jetzt bei dem Knie davon anfangen würde. Ich fragte mich das auch sofort. Aber dann fiel mir ein, dass es bei anderen Menschen um viel Wichtigeres ging: z. B. bei Monica:

Monica Lierhaus, ihr Buch, erschienen 2016: „Immer noch ich“, früher erfolgreiche Sportjournalistin der Öffentlich-Rechtlichen, hatte 2009 ein Aneurysma im Gehirn, ein guter Freund von mir hatte eines kurz vor dem Herzen gehabt, bei ihm lief es sehr gut, die OP bei ihr leider nicht, sie kam für lange Zeit in ein künstliches Koma und musste später vieles neu lernen und manches wird wohl nie mehr so, wie es früher war. Sie schreibt: „Nach dem Unglück war nichts mehr wie vorher. Ich musste mir meinen Weg zurück ins Leben erkämpfen. Dabei habe ich viel verloren, aber auch viel gewonnen.“

Bewunderungswert, mit wie viel Willensstärke die frühere Sport-Moderatorin zurück in ein wenigstens teilweise selbstbestimmtes Leben gehen will. Meine ganz große  Hochachtung!

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Was sehe ich eines Tages?                                    (Elphi 2017 – Foto: Bib)

Ich hatte ja über die Aneurysma in einem früheren Blog geschrieben, hatte auch versprochen, das nun nicht zu meinem Dauerthema zu machen, aber nun musste ich den Faden wieder mal aufgreifen.

Bei mir ist keine OP möglich, eine Knie-OP ist einfach zu gefährlich, denn das Knie muss ja besonders beweglich sein, ein einfacher künstlicher „Stand“ kann da nicht eingesetzt werden. Also OP geht nicht, ich kann aber das Blut mit sehr festen Kompressionsstrümpfen gut zurück zum Herzen auf Trapp halten.

Ich bin dankbar, denn es lebt sich ja meist gut mit ihnen, zumindest in den kühleren 9 Monaten, aber in den auch in Norddeutschland 3 sehr warmen Monaten ist es manchmal schon sehr lästig. Oder einfach in den Urlaub fahren/fliehen – ein wunderbarer Gedanke. Aber das ist nun nicht mehr einfach. Meine nächste Reise geht nach Stuttgart und die übernächste nach Den Haag. Nach Australien, Asien und Afrika würde ich gerne (z. T. wieder mal) reisen, aber das kann ich mir nun abschminken: Einfach zu heiß, machen meine Beine in den Kompressionsstrümpfe nicht so gerne mit. Nun, ich war da schon an einigen Orten, schön, dass ich diese Erfahrung schon machen durfte.

Schwierigkeiten empfinde ich an sich nicht schlimm. Aber wie jeder andere brauche ich natürlich auch eine gewisse Stärke, um mich nicht umhauen zu lassen. Wenn es mir richtig gut geht, dann empfinde ich sie als Herausforderung, kann da manchmal sogar mitten durch gehen.

Ich versuche meistens, nicht gedanklich in der Vergangenheit zu leben, sondern nach vorne zu schauen. Konkret leben kann ich nur im Hier und Jetzt, also das Beste aus dem machen, was mir heute möglich ist, nicht verplempern durch sinnentleertes Quatschen, im Internet surfen oder Fernsehen, aber auch mich nicht durch mich selbst überfordern oder durch zu hohe Ansprüche. Wessen Ansprüche sollten das sein, die mich jetzt zu etwas bringen sollten, nur eigene Ansprüche können in meinem Alter noch Einfluss auf mich haben. Und mit meinen Gefühlen kann ich meistens gut umgehen, von denen lasse ich mich nicht so gerne beherrschen, ignorieren darf ich sie aber auch nicht, sie wollen schon gebührend beachtet werden, sie sind auch ein Teil von mir.

Es geht nicht darum, was einem gerade passiert, in meinem Alter ist es einfach so, dass der Körper nicht mehr in allen Teilen so funktioniert, wie ich es jahrzehntelang gewohnt war. Ich habe nur bedingt Einfluss darauf, was mir passieren könnte. Ich sage mir einfach, ich dürfte mich sonst gar nicht mehr abends ins Bett legen, weil doch die meisten Menschen im Bett sterben.

Leben ist einfach gefährlich – aber eben auch atemberaubend schön!

Ich habe Einfluss darauf, wie ich auf schlimme Nachrichten bzw. wie ich auf Ereignisse reagiere. Darauf versuche ich zu achten, daran arbeite ich.

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Bib in der Elphi 2017

Jetzt zickt also mein rechtes Auge rum, will mir nicht mehr so zur Verfügung stehen, wie ich es bräuchte. Eigentlich müsste ich ja sagen, die Augen haben mir in den ersten 5 Jahrzehnten eine sehr gute Sicht ermöglicht, wunderbar. Mein alter Freund Fritz hatte schon in der Mitte seines Lebens Brillengläser der Stärke 7. Jetzt in meinem 7. Lebensjahrzehnt zerstört sich bei mir die Netzhaut in einem Auge selber, na zumindest erst jetzt. Der Lack ist ab, die Wehwehchen kommen, in letzter Zeit allerdings ein bisschen sehr schnell hintereinander.

Wie bei den Knien sage ich mir: Warte ab, vielleicht kommt es gar nicht so schlimm, wie der Arzt es mir als „worst case“ erläutern musste.

„Es wird nichts so heiß gegessen, wie es auf den Tisch kommt“ – hoffentlich!
In Geduld üben und auf das Beste hoffen – das ist jetzt meine Aufgabe. Bei gutem Wetter rausgehen und die Aussicht genießen. Wenn in Hamburg die Sonne scheint, dann entschädigt das sofort für weniger schöne Wetterlagen, ähnlich war es in Irland. Hamburg hat nicht ganz so viele grüne Oasen wie die Stadt meiner Kindheit und Jugend: Berlin! Aber Hamburg hat dafür die Elbe, die nicht nur mir an vielen Strandabschnitten sofort das Gefühl von Urlaub am Meer vermittelt.

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Die Wandverkleidung in der Elphi – sie ermöglicht gutes Hören an allen Plätzen.       (Foto: Bib)

Gerade habe ich auch den ‚Volkspark Hamburg‘ in meinem Stadtteil Bahrenfeld  entdeckt, hatte ich, weil hinter der A7-Schneise verlaufend, noch gar nicht wahrgenommen. 1914 – die Anfänge der Anlage noch kurz vor dem Ersten Weltkrieg von der Stadt Altona begonnen – fast zeitgleich mit dem ‚Stadtpark Hamburg‘, ja, da war Altona noch eine eigenständige Stadt, nicht mehr dänisch, sonders vorübergehend preußisch, aber eben noch nicht ein Teil Hamburgs. Deshalb verfügt meine neue Heimatstadt nun über mehrere wirklich große Parkanlagen mitten in der Stadt, für jeden zugänglich, jeder, der keinen Balkon oder Garten hat, kann dort viel Natur bzw. Park und unendlich viele Pflanzen genießen.

Naturschauspiele jetzt noch gut mit beiden Augen sehen, empfinden, auf die Seele wirken lassen, das ist das Hier und Jetzt, darum geht es ohne zu jammern oder zu übertreiben.

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Elbphilharmonie 2017 – farblich verfremdet (Foto: Bib)

Im Blog Nr. 38 hatte ich berichtet, wie die Elbphilharmonie als Gebäude auf mich wirkt, nun hatte ich die Chance, sie auch von innen zu besichtigen.

Nachtrag

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43: Kinder – ein Geschenk

9. April 2017

Ich habe nur eine leibliche Tochter, hätte gerne noch ein zweites Kind bekommen, das ließ unsere Familiensituation aber nicht zu. Dafür hatte ich für über 6 Jahre noch eine bei uns lebende Stieftochter, die mein bzw. unser Leben sehr bereichert hat. Wenn man sich einen Partner aussucht, der ein Kind mit in die Beziehung bringt, dann verändert sich das eigene Leben vom 1. Tag an, dann wird geschaut, welche Unternehmung dem Kind gut tut, was man lieber lassen sollte, wann es Ruhe braucht, welches Urlaubsziel geeignet ist usw.

Ich möchte keinen Tag mit diesen zwei Kindern missen, auch wenn ich manches Hobby mal um 10 Jahre hinausschieben musste. Das war es mir aber wert. Und, wie man es wendet, einen Preis hat es schon: Ich bin 4 Jahre für die Kinder (bzw. für den Partner) daheim geblieben, habe in der Zeit keine Rentenansprüche gesammelt, worüber wir uns damals überhaupt keine Gedanken gemacht haben, aber fehlende Jahre in der Rentenkasse machen sich im Alter schon bemerkbar. Aber ich war nicht zerrissen zwischen Beruf und der Versorgung kleiner Kinder, intellektuell unterversorgt war ich dagegen schon. Aber da ich zur beruflichen Qualifikation für das neue Bundesland noch mal etwas studieren musste, der Föderalismus ist ja in dieser Hinsicht so was von überholt, brachte das den Ausgleich. Beruflich soll jeder so mobil und flexibel wie möglich – heute nicht nur innerhalb Deutschlands – sein, aber wenn man als Lehrkraft oder SchülerIn von einem Bundesland in das andere wechselt, dann ist das fast wie ein Wechsel in einen anderen Staat.

Heute erscheint mir das Familienleben ungleich schwerer,

obwohl es z. B. flächendeckend zumindest für die Grundschulen und Gymnasien Ganztagsschulen gibt und auch viele technische Hilfsmittel die Hausarbeit erleichtern. Aber die Erwartungen an die jungen Eltern sind heute höher als vor ein paar Jahrzehnten. Nach einem Jahr sollte die Frau wenigstens wieder halbtags arbeiten, hier in Hamburg gibt es dafür auch einen Gutschein für 5 kostenlose Betreuungsstunden in einer Kita, was ja schon mal sehr lobenswert ist und in ganz Deutschland nachgemacht werden sollte.

Großeltern wohnen oft weit entfernt 

Aber ohne Großeltern oder einen großen und bereitwilligen Freundeskreis ist das für das junge Elternpaar kaum zu schaffen. Mit einem Jahr in die Kita zu kommen, heißt natürlich auch, dann alle naselang mit einer kleineren Erkrankung zu Hause bleiben zu müssen, der kleine Körper hat noch gar keine Schutzfunktion gegen all die herumfliegenden Bakterien, das baut der junge Körper erst allmählich auf. Nach jedem Fieber oder Durchfall muss das Kind mehrere Tage beschwerdefrei sein, bevor es wieder in die Kita oder zur Tagesmutter gebracht werden kann, damit es nicht überfordert wird und auch damit es nicht die anderen Kinder ansteckt. Viele Impfungen und viele genau festgelegte Untersuchungen müssen in den ersten Jahren gemacht werden, den Kinderarzt sieht man häufiger als manchen Nachbarn.

Ein weiteres Kind bekommen?

Ein zweites Kind im Abstand von einem, zwei oder drei Jahren? Egal für welchen Abstand man sich entscheidet, es ist eine Überforderung für jede Mutter und je nachdem, wie der Vater sich reinhängt oder wie es seine Arbeit ermöglicht, auch für ihn.

Auch wenn sich das mehr oder weniger nach ein paar Jahren entspannt, die Kinder ja auch selbständiger werden, in den ersten Jahren mit 2 kleinen Kindern ist das eine Überforderung ohne gleichen, auch wenn das ja so viele durchmachen und die allermeisten es glücklicherweise auch gut durchstehen.

Früher war alles einfacher – oder nicht?

War das früher nicht noch schwieriger? In meiner Kindheit hatten viele Familien noch 3 und manche auch 4 oder mehr Kinder und das ging ja irgendwie auch. Ich wurde allerdings nach dem Mittagsschlaf in der Kita abgeholt, mein kleiner Bruder dann sogar gleich nach dem Mittagessen. In den Kindergarten konnten die Kinder damals in West-Berlin nach ihrem 3. Geburtstag, einige wurden schon morgens ab 6 Uhr gebracht und andere erst um 18 Uhr abgeholt. Für jüngere Kinder gab es die Krippe, die wurde aber nur für einen sehr kleinen Kreis von Kindern genutzt, war nicht üblich.

Aber die Zeiten sind nicht vergleichbar

Ich erinnere mich gut, wie viele meiner Grundschul-Klassenkameraden einen Schlüssel um den Hals hatten, kurz Schlüsselkinder genannt. Es war niemand zu Hause, wenn die Schule mittags zu Ende war. Sie haben nur kurz die Schultasche in die Wohnung gebracht, das vorbereitete Brot geschnappt und waren zum Spielen wieder auf der Straße, immer mit dem Schlüssel um den Hals, störte manchmal beim Klettern am Klettergerüst, war aber alltäglich. Wenn man Durst hatte, suchte man sich eine Wasserpumpe, es gab in vielen Straßen eine, da wuschen die Nachbarn ihre Fahrräder oder Autos. Irgendwann kamen der Vater oder die Mutter von der Arbeit und sammelten sie ein. Die Hausaufgaben wurden dann noch irgendwie nach dem Abendessen gemacht, kurz vor dem Einschlafen und oft unvollständig. War auch keine goldige Zeit, war eigentlich alles andere als „kindgerecht“, will keiner zurück. Wer würde heute noch seine Kinder im Grundschulalter stundenlang auf der Straße spielen lassen, ohne genau zu wissen, ob sich das Kind nun auf dem Spielplatz, auf dem Bürgersteig oder sonst wo aufhält.

Die Quadratur des Kreises

Was ist heute anders? Vielleicht sind die Erwartungen an die jungen Eltern und auch von den jungen Eltern an sich selbst viel höher. Die Frauen haben eine wesentlich höhere Schulbildung, viele haben ein Studium absolviert bzw. eine fundierte Berufsausbildung. Das will auch umgesetzt, gelebt werden. Ein Verdienst würde für die Familie auch gar nicht lange reichen. Wesentlich mehr Frauen sind also heute berufstätig und versuchen, im Beruf ihre Arbeit gut zu erledigen und gleichzeitig den Kindern gerecht zu werden, für die Kinder da zu sein, wenn sie es benötigen. Den meisten gelingt das auch, doch dabei schrammen sie bei nicht eingeplanten Ereignissen wie einer Erkrankung knapp an der Überforderung vorbei, haben kaum Zeit, mal zu verschnaufen und Kraft zu tanken. Wie alleinerziehende Berufstätige ohne hilfreiche Familienangehörige das Leben mit einem Kleinkind bewältigen, weiß ich gar nicht. Meine Hochachtung!

  1. Nachtrag:

In meiner Familie wird in den nächsten Tagen Familienzuwachs erwartet. Ich freu mich riesig drauf und habe eine große Hochachtung vor der jungen Familie, wie sie das alles meistert. Und natürlich stehe ich hilfreich zur Seite, da wo gewünscht und benötigt. Ich wohne auch extra ganz in der Nähe.

  1. Nachtrag

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